ERNEUERUNG VERZÖGERT SICH

Baustart an B110 bei Tutow nun frühestens Ende August

Die Erneuerung der B110 zwischen Tutow und Zemmin wird sich weit bis ins Jahr 2021 hinziehen. Das Straßenbauamt liegt bei den Ausschreibungen gehörig hinter dem Zeitplan.
Eigentlich sollten hier an der B110 zwischen Tutow und Zemmin schon wieder Bauleute mit ihren Maschinen wirbeln. Doch die Fort
Eigentlich sollten hier an der B110 zwischen Tutow und Zemmin schon wieder Bauleute mit ihren Maschinen wirbeln. Doch die Fortsetzung der Erneuerung der Bundesstraße verzögert sich. Stefan Hoeft
Tutow.

Eigentlich sollten in der Niederung nordöstlich von Tutow in Richtung Jarmen um diese Zeit längst die Bauleute mit ihren Maschinen wirbeln, um den weiteren Ausbau der B110 in Angriff zu nehmen. Seit 2016 läuft die etappenweise Erneuerung der 3,24  Kilometer Bundesstraße zwischen den Dörfern Kruckow und Zemmin, und nach der direkten Ortsdurchfahrt von Tutow 2019 ist nun der geografisch letzte Abschnitt an der Reihe.

Ursprünglich hatte es geheißen, die Arbeiten dafür beginnen so rasch wie möglich im Frühjahr, dann wurde dies mit Verweis auf die verspätete Ausschreibung auf Juni terminiert. Doch auch Anfang Juli gibt es vor Ort keinerlei Anzeichen von entsprechender Geschäftigkeit. Und daran wird sich in den nächsten Wochen auch nichts ändern, wie eine Nordkurier-Anfrage beim Straßenbauamt Neustrelitz ergab.

Damm für Baustellenumfahrung setzte sich langsamer als gehofft

„Wir befinden uns in der Ausschreibung“, erklärte jetzt der zuständige Dezernent Andreas Herold. Was aber nicht an fehlenden Mitteln für das Projekt liege, sondern an einigen kleineren Verzögerungen bei der Planung. Die betreffen die Strecke an sich, aber auch die vorgesehene zweispurige Umfahrung während der Bauzeit durch die Niederung. Der dort schon im Vorjahr aufgeschüttete Damm habe sich am Ende dann doch etwas langsamer gesetzt als erhofft, so der Fachmann. Mittlerweile seien die Messwerte dort aber in Ordnung, sprich, dem Aufbringen einer provisorischen Asphaltfahrbahn stehe nichts mehr im Wege.

Angesichts der Fristen für Ausschreibung und Vergabe müssen für dieses Verfahren erfahrungsgemäß rund zwei Monate veranschlagt werden. Herold rechnet daher erst für Ende des Sommers mit dem Startschuss für die Realisierung. „Vielleicht ja Ende August.“ Damit ist nun erst recht klar, dass die einst für Ende 2020 avisierte Fertigstellung nicht klappt, sondern über den Winter hinaus bis ins nächste Frühjahr hinein läuft. Immerhin gilt es, „nebenbei“ noch einen Graben-Durchlass und den begleitenden Radweg auf dann 2,5 Meter Breite zu erneuern sowie eine Linksabbiegespur nach Zemmin hinein zu schaffen.

Wichtigste Alternative zur Desaster-Autobahn

Für den Verkehr auf dieser wichtigen Direktverbindung zwischen Demmin und Jarmen mit seinem Autobahn-Anschluss sieht der Dezernent durch die Verzögerungen allerdings keine zusätzlichen Beeinträchtigungen zukommen. Zum einen, weil nun sogar die Hauptreisezeit ausgeklammert bleibt und zum anderen vor allem wegen der zweispurigen Umfahrung, die eine Ampelregelung und damit längere Staus erspart.

Diese Art Entlastung – anfangs war nur eine Spur vorgesehen – hatte das SBA mit Blick auf die Absackungen an der fernen Trebelquerung der A20 bei Tribsees ganz bewusst gewählt. Gilt die B110 doch als wichtigste Alternativroute für den überregionalen Verkehr durch Vorpommern, sollte es dort zu weiteren Problemen kommen. Sie soll deshalb von Verkehrsbehinderungen möglichst frei gehalten werden.

Letzter Bauabschnitt wird besonders aufwendig

Eine Maßgabe, die auch den Abschluss des Großprojektes zwischen Kruckow und Zemmin erheblich beeinflusst, wie Andreas Herold klar machte. Im Vergleich dazu seien die aktuellen Verzögerungen als marginal zu betrachten. Schließlich steht ihm und seinen Mitstreitern als Letztes noch das Stück von Tutow-Dorf bis an die Tutower Hauptzufahrt bevor – ein wegen des schlechten Baugrundes teils besonders aufwendiger Bauabschnitt, der genau an der kniffligsten Stelle keinen Spielraum für eine Umfahrung lässt und somit eine Vollsperrung bedingt. Ob es dort wie mal erhofft 2021/22 weitergehen kann, hänge vor allem von der Lage an der Autoahn ab.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Tutow

Kommende Events in Tutow (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (1)

Ich finde es schon verwunderlich, das solch eine hochfrequentierte Strecke, zumal diese auch als Autobahnzubringer dient, so vernachlässigt wird. Der Zustand des Straßenabschnittes, soweit man dieses noch als Straße bezeichnen kann, ist eine Gefahr für die Verkehrssicherheit. Eine Beschilderung auf 30 km/h Höchstgeschwindigkeit wäre hier angebrachter.

Aber da sieht man mal wie Verkehrsprojekte im Osten des Bundeslandes MV in Angriff genommen werden. Vorpommern bleibt immer auf der Strecke wenn es um Wirtschaft und Infrastruktur geht. Hätte man die BAB 20 nach der Wendezeit nicht von zwei Seiten angefangen so wäre dieser Landesteil komplett abgeschnitten.

Dann wünschen wir uns mal, dass die Urlauber gesund an ihren Urlaubsorten ankommen!