Förderanträge

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Abriss von Tutower Blöcken auf der Kippe

Eigentlich wollte die Gemeinde Tutow bereits dieses Jahr mit dem Abriss der Aufgänge 9 bis 16 im Pommernring beginnen, die Wohnungen sind längst leer gezogen und teils bereits ausgeschlachtet. Doch nun steht das ganze Vorhaben erstmal in Frage.
Eigentlich wollte die Gemeinde Tutow bereits dieses Jahr mit dem Abriss der Aufgänge 9 bis 16 im Pommernring beginnen, die Wohnungen sind längst leer gezogen und teils bereits ausgeschlachtet. Doch nun steht das ganze Vorhaben erstmal in Frage.
Stefan Hoeft

Der für dieses Jahr anvisierte Abriss von zwei Wohnblöcken am Tutower Pommernring stellt sich als Utopie heraus. Darüber hinaus muss die Gemeinde wohl mit unerwartet hohen Kostensteigerungen rechnen und weiß noch nicht mal, ob ihr Finanzierungskonzept wirklich aufgeht. Bleibt am Ende gar alles stehen?

Was die Tutower Gemeindevertreter schon Anfang des Jahres befürchtet hatten, trifft nun tatsächlich ein. Denn auch wenn dem Ort vom Land Mecklenburg-Vorpommern 243 800 Euro aus dem Stadtumbau-Ost-Programm des Bundes in Aussicht gestellt wurden, um die Aufgänge 9 bis 16 im Pommernring abzureißen, wird die Umsetzung dieses Vorhabens auf keinen Fall mehr 2018 gelingen.

Dabei waren die letzten der dort noch vermieteten Wohnungen trotz des damit verbundenen Ärgers bis zum Oktober geräumt worden, um pünktlich loslegen zu können. Nun steht die Kommune in gewisser Weise als Versagerin und wortbrüchig da. Obwohl sie nach Meinung von Bürgermeister Roland Heiden gar nichts dafür kann: „Von unserer Seite ist wirklich alles termingerecht gemacht worden.“ Aber zum einen wirkte sich hier die späte Regierungsbildung in Berlin und der damit verbundene späte Beschluss des Bundeshaushalts negativ aus, zum anderen reichten die Fördertöpfe ohnehin nicht für alle Interessenten gleichzeitig.”

Gut eine halbe Million Euro wird benötigt

Tutow möchte nämlich nicht nur die pro Wohnfläche gerechneten Zuschüsse – die zweimal 44 Wohneinheiten umfassen insgesamt 8476 Quadratmeter – abfassen, sondern hofft auf weitere finanzielle Unterstützung aus Schwerin. Zumal die aktuellen Kostenschätzungen von einem Bedarf von gut einer halben Million Euro ausgehen.

Was in etwa doppelt so viel ist wie jener Betrag, der vor rund einem Jahrzehnt für den vergleichbaren Rückbau im benachbarten Flughafenring fällig wurde. Mit einer Steigerung war durchaus gerechnet worden, aber keinesfalls in diesem Ausmaß. Deshalb beantragte die Kämmerei beim Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns, dass dessen Kofinanzierungsfonds 80 Prozent des verbleibenden Eigenanteils der Gemeinde übernehmen möge.

Tutow fällt bei Bewilligungen unter den Tisch

In der jüngsten Bewilligungsrunde fiel Tutow jedoch unter den Tisch. Und wird in diesem Rahmen wohl auch beim nächsten Termin im Mai nicht mehr zum Zuge kommen, denkt Kämmerin Rotraut Kriemann. Weil es diesen Zuschuss nämlich nur gebe, wenn die Hauptförderung noch nicht ausgereicht sei. Deren Bewilligungsbescheid aber erwartet sie spätestens in diesem Monat.

So dass sie alternativ schon mal vorsorglich eine sogenannte Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 90 Prozent beim Land beantragte. Allerdings umfasse die anders als das Kofinanzierungs-Fördermodell nur die reinen Baukosten, die Planung etwa muss komplett selbst getragen werden. Womit im besten Fall noch 58 000 Euro für den eigenen Haushalt verblieben.

Konsequenz sei eine Rückstellung des Abrisses

Selbst das indes stellt angesichts der neuen Kennziffern für die Finanzausstattung 2019 einen ziemlich dicken Brocken für den Tutower Etat dar. Nicht auszudenken, wenn die zweite Förderschiene komplett wegbrechen sollte. „Dann wären 259 000 Euro übrig. Das können wir nicht blasen“, machte Rotraut Kriemann schon mal unmissverständlich klar. Die Konsequenz wäre eine Rückstellung des Abrisses, verbunden mit der Hoffnung auf neue erfolgreiche Förderanträge.

Die fällt jedoch angesichts der Konkurrenz und begrenzten Summen eher gering aus. Wenn es schlecht läuft, könnten die beiden Wohnblöcke also ziemlich lange stehen bleiben. Dass von dem aus Berlin stammenden Geld sogar noch etwas übrig bleibt für die anvisierte Sanierung weiterer Pommernring-Wohnungen – damit jedenfalls wagt bereits kein Abgeordneter mehr zu rechnen.