REAKTIONEN AUF SONNTAGSFRAGE

AfD und SPD jubeln, CDU trotz Zuwachs geknickt

Vor allem die AfD freut sich über die Ergebnisse der Nordkurier-Umfrage zu Bundestagswahl und Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen wirkt die CDU wenig begeistert.
Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wäre?
Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wäre? NK-Grafik: H. Ackermann
Die Ergebnisse der aktuellen Nordkurier-Sonntagsfrage zeigen stabile Werte für die sechs großen Parteien seit der Landtagswahl in MV.
Die Ergebnisse der aktuellen Nordkurier-Sonntagsfrage zeigen stabile Werte für die sechs großen Parteien seit der Landtagswahl in MV. NK-Grafik: A. Jakobs
Schwerin.

Obwohl die CDU bei der Nordkurier-Sonntagsfrage zur Landtagswahl mit Abstand den stärksten Zuwachs verzeichnet (um drei Punkte von 19 auf 22 Prozent), reagiert die Partei eher verhalten auf die neuen Zahlen. Man freue sich zwar über gute Umfrageergebnisse, erklärte Landes-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller. Aber: „Das Umfrageergebnis auf Landesebene ist auch der Tatsache geschuldet, dass die CDU im Land nach der schwierigen Landtagswahl im letzen Jahr sich erst einmal neu sortieren musste.” Wirklich begeistert klingt das nicht – wohl auch, weil die CDU auf Landesebene immer noch rund 10 Prozentpunkte hinter der CDU auf Bundesebene liegt.

Die CDU und der Merkel-Effekt

Auf diesen Unterschied weist auch der Rostocker Politikwissenschaftler Jan Müller, Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Politik und Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, hin. Unter anderem angesichts der Abweichung bei der CDU liest er aus den Umfrage-Ergebnissen heraus: „Die Wähler können offensichtlich sehr genau zwischen Bund und Land unterscheiden.” Dass die CDU bei der Landtags-Frage so deutlich schlechter abschneide als bei der Bundestags-Frage, zeige, „wie stark der Merkel-Effekt, von dem die CDU im Land nur auf Bundesebene profitieren kann, immer noch ist. Und das, obwohl sich dieser Effekt im Vergleich zu 2013 deutlich abgeschwächt hat.” Damals hatte die Partei noch 42,5 Prozent der Stimmen aus Mecklenburg-Vorpommern erhalten.

AfD stellt den Schnaps kalt

Der AfD kann man angesichts der Zahlen, die das Erfurter INSA-Institut für den Nordkurier erhoben hat, die Begeisterung nicht verderben: Landeschef Leif-Erik Holm hatte dem Nordkurier bereits am Sonntag gesagt, ihm sei es „schon ein Schnäpsschen wert”, dass seine Partei bei der Bundestags-Sonntagsfrage sogar die SPD überholt habe. Weiter erklärte er: „Nach diesen Zahlen lässt sich sagen: die Diffamierungsstrategie gegenüber der AfD ist in Mecklenburg-Vorpommern krachend gescheitert. Die Bürger wollen diese neue Kraft, die den Altparteien Beine macht.”

Politologe Müller hält allerdings dagegen: „Offensichtlich ist zum Wähler nicht so stark durchgedrungen, dass die AfD-Fraktion einen durchaus holperigen Start hingelegt hat. Es gab eine ganze Reihe von Skandalen und Skandälchen.“ Aber auch, weil die Fraktion eine konsequentere Öffentlichkeitsarbeit mache als die übrigen Parteien, scheine sie viele Wähler weiterhin zu überzeugen.

SPD freut sich über Rückenwind

Auch für die SPD sind die Zahlen wiederum ein Zeichen, dass es „in die richtige Richtung geht”, so MV-Spitzenkandidatin Sonja Steffen. Die drei Prozentpunkte Zuwachs (von 17,8 auf 21) bei der Bundestags-Wahlfrage gäben dem Wahlkampf „Rückenwind, aber da ist noch reichlich Luft nach oben.”

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