ENTWICKLUNG IM GRENZGEBIET

Unternehmen sehen riesiges Potenzial der deutsch-polnischen Euro-Regio

Das Grenzgebiet als strukturschwache Region könnte in 20 Jahren Geschichte sein, ist die Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald überzeugt. Aber wie?
Gabriele A. Prodöhl Gabriele A. Prodöhl
Wie sich die deutsch-polnische Grenzregion entwickeln könnte, darüber haben Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen jetzt in Schwedt diskutiert.
Wie sich die deutsch-polnische Grenzregion entwickeln könnte, darüber haben Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen jetzt in Schwedt diskutiert. Frank Weinkauf
Ulrich Vetter blickt optimistisch in die Zukunft.
Ulrich Vetter blickt optimistisch in die Zukunft. Frank Weinkauf
Schwedt.

„Perfekt für Investoren und alles andere als abgehängt“, so betrachtet Ulrich Vetter, Geschäftsführer der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald, die Region zwischen der Ostsee, Berlin und Stettin. Das riesige Potenzial der deutsch-polnischen Euroregion war in dieser Woche Gegenstand des 85. Deutsch-Polnischen Unternehmerforums, zu dem die Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania e.V. ihre Partner und weitere Unternehmen einlud. Zum Thema „Die Metropolregion Stettin als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen aus Deutschland und Polen“ trafen sich die 71 Beteiligten im Hauptfoyer der Uckermärkischen Bühnen in Schwedt.

Die Zeiten der strukturschwachen Region, aus der Menschen nur abwandern würden, wären spätestens in 20 Jahren vorbei. Vetter betrachtet den Nordosten gar als einen der interessantesten Investitionsstandorte in Deutschland und Europa! Das begründet der promovierte Kommunikationsexperte, der vor zwei Jahren in die Region kam, so: Sowohl in Berlin als auch in Stettin seien in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik exorbitante Entwicklungen zu verzeichnen. Die Zahl der Firmengründungen wachse in beiden Städten rasant. Infolgedessen habe man bereits jetzt mit sehr ernsthaften Wohnraumproblemen zu tun, die sich weiter zuspitzen würden. Der traditionelle Trend der Ausdehnung Berlins Richtung Norden, zur Ostsee und Stettins Richtung Westen, würde sich noch viel weiter fortsetzen.

Verdoppelung der Bevölkerung denkbar

Genau in der Mitte läge das große Gebiet Brandenburgs, Vorpommerns und Westpommerns. Diese Region würde das Problem künftig lösen und dabei selbst enorm profitieren. Eine Verdoppelung der jetzigen Bevölkerung wäre denkbar. Erhebungen zur Bevölkerungsdynamik unterstreichen das. Stettin und Umland würden derzeit im selben Tempo wachsen wie seinerzeit die Ballungsräume München und Frankfurt/Main. Und genau das müsse dann zwangsläufig die Ansiedlung kleiner und mittlerer Unternehmen, gerade auch im Nordosten, nach sich ziehen. „Für Investoren ist jetzt der rechte Zeitpunkt, denn noch sind die Immobilienpreise fantastisch günstig“, ist sich Vetter sicher.

Um diesen kühnen Visionen näherzukommen, so wurde es von den verschiedenen Rednern der Veranstaltung immer wieder unterstrichen, bedarf es dringend des weiteren Ausbaus der Infrastruktur im Gebiet der Euroregion Pomerania. Eine Entlastung der Straßen müsse über Schiene und Binnenschifffahrt geschehen, was die Region gemeinsam zu leisten habe.

Metropolbahnstrecke für die Region Stettin geplant

Hinsichtlich des Schienennetzes stehe klar der zweigleisige Ausbau der Strecke Angermünde – Stettin im Vordergrund. „Eine stündliche Verbindung von Berlin nach Stettin ist unser Ziel“, so Frank Gotzmann, Amtsdirektor in Gartz/Oder. Auch die polnische Seite müsse dazu das Ihrige leisten.

Nach dem Konzept von Elżbieta Ostatek, vom Verein der Metropolregion Stettin, soll bis 2022 eine Metropolbahnstrecke für die Region Stettin, ähnlich einer S-Bahn, mit einheitlichem Tarif, entstehen. Auch Gryfino und Police müsse man anschließen und dann eine Verbindung von Gryfino nach Schwedt bis Berlin schaffen. Damit würde die kulturelle Attraktivität Stettins viel mehr als jetzt auf das Umland ausstrahlen. Die Klärung der Frage, wie zum Beispiel Einrichtungen und Universitäten künftig mehr grenzüberschreitend zusammenarbeiten können, stehe dringend an, wie im Resümee der Veranstaltung deutlich wurde.

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