Täter gefasst

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Unbeteiligte Frau stirbt bei Verfolgungsjagd in Berlin

Bei der Verfolgungsjagd hat es in Berlin-Charlottenburg einen schweren Unfall gegeben: Eine Radfahrerin starb, es gibt mehrere Verletzte.
Bei der Verfolgungsjagd hat es in Berlin-Charlottenburg einen schweren Unfall gegeben: Eine Radfahrerin starb, es gibt mehrere Verletzte.
Kay Nietfeld

Bei einer wilden Verfolgungsjagd durch Berlin haben mutmaßliche Diebe für Chaos gesorgt. Eine unbeteiligte Frau starb.

Bei der Flucht mutmaßlicher Diebe vor der Polizei ist am späten Mittwochabend in Berlin-Charlottenburg eine Frau ums Leben gekommen. Eine Fußgängerin, die ihr Fahrrad am Mittwochabend auf dem Bürgersteig geschoben hatte, wurde von einem Fluchtauto erfasst und dabei tödlich verletzt. Herbeigerufene Nothelfer versuchten noch, sie zu reanimieren, konnten sie aber nicht mehr retten. Sechs weitere Menschen, darunter die drei Insassen des Fluchtautos wurden teils schwer verletzt.

Vor dem schweren Unfall hatten die drei Männer den Angaben zufolge versucht, aus einem Kleintransporter an der Brandenburgischen/Ecke Westfälischen Straße in Wilmersdorf Werkzeuge zu stehlen. Eine Zivilstreife beobachtete das und verfolgte die mit dem Auto fliehenden mutmaßlichen Diebe.

In der Nähe des Stuttgarter Platzes keilten die Polizisten das Auto ein, ein Ermittler stieg aus und ging auf die Männer zu. Der Fluchtwagenfahrer gab den Angaben zufolge Gas und klemmte den Polizisten zwischen dem Polizeiwagen und seinem Auto ein. Der Beamte wurde verletzt, konnte das Krankenhaus aber in der Nacht wieder verlassen.

Fahrer wollte zu Fuß fliehen

Anschließend fuhren die Verdächtigen den Angaben zufolge über die Windscheidstraße auf die etwa 200 Meter entfernte Kantstraße mit hoher Geschwindigkeit. An einer Kreuzung überfuhr der Fahrer die Ampel bei Rot und erfasste zwei querende Fahrzeuge. Das Fluchtauto schleuderte gegen mehrere parkende Autos, dabei wurde auch die Fußgängerin mit dem Fahrrad erfasst. Die Fahrerinnen der beiden querenden Autos, sowie die drei mutmaßlichen Diebe wurden schwer verletzt.

Trotzdem fuhr das Täterauto nach diesem Unfall laut Polizei zunächst noch etwa 100 Meter weiter und beschädigte einen parkenden Wagen. Dann habe der Fahrer gestoppt und versucht zu Fuß zu fliehen, bevor er in der nahe gelegenen Pestalozzistraße festgenommen wurde. Die beiden anderen Verdächtigen seien im Wagen gestellt worden.

Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Sie werden dort von der Polizei bewacht. Ob sie einem Haftrichter vorgeführt werden, war am Donnerstagmorgen noch unklar. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Kommentare (3)

kurz zuvor eingekeilte Täterauto hätte nie mehr wieder frei kommen dürfen. Sie hätten zur Not schießen müssen, als der Fahrer immer wieder vor und zurück fuhr, um sich freizurammen! So aber hatte die junge Frau mit dem Fahrrad einige Minuten später nicht den Hauch einer Chance. War einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Zufall wollte es so.

Hier ist niemand zufällig oder fahrlässig bei Rot über eine Kreuzung gebrettert. Gut, dass Sie keine Richterin sind: Ihre Schlussfolgerung würde auf Bewährung hinauslaufen, da die Fußgängerin zur falschen Zeit am falschen Ort war und alles Zufall sei. Im Film schiessen Polizisten immer schnell, weil Drehbuchautoren keine Regeln kennen, wann deutsche Polizisten von der Schusswaffe Gebrauch machen dürfen.

standen die Verfolgten auf der Bremse. Doch mit ihren 120 km/h hatten sie keine Chance anzuhalten. Der Transporter driftete unkontolliert ab und traff unbeteiligte Fußgänger. So auch die bildhübsche schwangere Studentin. Es war reiner Zufall, wer getroffen wurde und wer nicht. Was sonst?!