ERSTER FALL IN DEUTSCHLAND?

Schweinepest-Verdacht in Brandenburg

Nahe der polnischen Grenze ist in Brandenburg ein Verdachtsfall auf Afrikanische Schweinepest aufgetreten. Das Loeffler-Institut in Vorpommern soll nun bis Donnerstag für Klarheit sorgen.
dpa
Unter Polens Wildschweinen grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) schon länger.
Unter Polens Wildschweinen grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP) schon länger. Lino Mirgeler
An der deutsch-polnischen Grenze – wie hier bei Frankfurt/Oder – stehen seit Monaten Schutzzäune, um Wildschw
An der deutsch-polnischen Grenze – wie hier bei Frankfurt/Oder – stehen seit Monaten Schutzzäune, um Wildschweine aufzuhalten. Patrick Pleul
Auch in Vorpommern gibt es seit einiger Zeit einen Schutzzaun. Hier legt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) selber Ha
Auch in Vorpommern gibt es seit einiger Zeit einen Schutzzaun. Hier legt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) selber Hand an. Bernd Wüstneck
Cottbus.

In Brandenburg gibt es einen amtlichen Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwochabend mit. Ein Wildschwein-Kadaver sei wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden worden.

Für den Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine tödlich

Eine Probe des toten Tieres werde jetzt im Friedrich-Loeffler-Institut auf dem Riems bei Greifswald in Vorpommern virologisch untersucht. Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) werde am Donnerstag über das Ergebnis informieren. Für Menschen sind die Viren ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber meist tödlich.

Der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg, Gabriel Hesse, sagte am Abend: „Wir haben heute einen amtlichen Verdachtsfall für Afrikanische Schweinepest festgestellt.“ Erst wenn das nationale Referenzlabor den Verdacht ebenfalls bestätige, könne von einem Ausbruch gesprochen werden. Das Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren seien aktiviert. Erste Maßnahmen zum Schutz würden vorbereitet.

Schweinepest-Ausbruch kann massive Folgen haben

Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße an der Grenze zu Polen war geplant, ist aber noch nicht gebaut. Ein mobiler Zaun steht dort bereits seit längerem – ähnlich wie seit einigen Monaten auch in Vorpommern.

Der Ausbruch der Schweinepest kann massive wirtschaftliche Folgen für Schweinehalter haben: Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums könnten Exporte in Nicht-EU-Staaten, vor allem nach Asien, weitgehend wegfallen. Für den Export nach China beispielsweise muss bislang zertifiziert werden, dass Deutschland ASP-frei ist. Der Handel innerhalb der EU kann jedoch aufrechterhalten werden. Nur für Betriebe in der Umgebung des Fundorts gibt es Einschränkungen.

Rund 750.000 Schweine allein in Brandenburg

In Brandenburg wurden nach Angaben des Landesbauernverbands vom November 2019 rund 750.000 Schweine in etwa 170 Betrieben gehalten. Aus Brandenburg werden Ferkel insbesondere in andere Bundesländer und EU-Staaten exportiert.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) war mehrere Monate nach einem Ausbruch in Westpolen nach Angaben der Bundesregierung im August wieder etwas von Deutschland abgerückt. Während im März der westlichste Fundort eines an Schweinepest gestorbenen Wildschweins in Polen etwas mehr als zehn Kilometer von der deutschen Grenze gelegen habe, lag der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens im August laut Bundesagrarministerium wieder weiter östlich.

Bauern und Jäger rufen zu erhöhter Wachsamkeit auf

Der brandenburgische Landesbauernverband und der Deutsche Jagdverband hatten nach den Fällen in Polen zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Landwirte ergriffen strenge Sicherheitsmaßnahmen.

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