Flutung eingeleitet
Ostsee liegt ab sofort in Brandenburg

Mit Feuerwerk begann der Einlauf von Wasser in den See, der sich binnen eines guten Jahrzehnts füllen soll.
Mit Feuerwerk begann der Einlauf von Wasser in den See, der sich binnen eines guten Jahrzehnts füllen soll.
Patrick Pleul

Es soll einmal der größte See Brandenburgs sein: Am Rande von Cottbus hat die Flutung des „Ostsee” begonnen

Die Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus Nord hat begonnen. In den nächsten Jahren soll die riesige Grube mit einer Wasserfläche von 19 Quadratkilometern Brandenburgs größter See werden – und den Namen „Ostsee” tragen.

Im Beisein von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) und weiteren Politikern wurde am Freitagabend um 20.10 Uhr das Wasser angestellt. Woidke sagte zum Start laut Manuskript: „Das neue Naherholungsgebiet wird der Lausitz guttun.“ Das Wasser stammt zu 80 Prozent aus der Spree und zu 20 Prozent aus aufsteigendem Grundwasser.

 

 

Vor drei Jahren war’s noch ein Tagebau

Vor gut drei Jahren hatte der Betreiber, das Energieunternehmen Leag, in dem Tagebau die Kohleförderung eingestellt. „Am Ende werden wir mit einem See belohnt, der zwischen Spreewald und Lausitzer Seenland ein neues Ausflugsziel auf der Lausitzer Landkarte sein wird“, teilte LEAG-Vorstandschef Helmar Rendez mit.

Oberbürgermeister Kelch will das geplante Hafenquartier zu einem Öko-Stadtteil machen – CO2-neutral und ganz im Sinne des Strukturwandels. Die Vorbereitungen liefen bereits, sagte er. Kelch nannte als Ideen für das neue Viertel Hochhäuser in Holzblockbauweise, Radwege auf Photovoltaik-Platten und Fernwärme aus Seewasser-Pumpen. Ihm sei bewusst, dass mit jedem Tropfen Wasser, der in den entstehenden See fließt, auch die Ungeduld wachse. Die Stadtverwaltung wolle deshalb zusätzliche Planungsmitarbeiter einstellen, um das Konzept voranzutreiben.