UMWELTSCHUTZ

Müllproblem neben der Tesla-Baustelle

Laut Tesla-Chef Elon Musk werden auf der Baustelle in Grünheide alle Möglichkeiten zum Umweltschutz genutzt. Das wiederum bestreiten der ÖDP-Landesvorsitzende Thomas Löb und die Musikerin Julia Neigel.
Thomas Löb ärgert sich an der Baustelle der Tesla-Fabrik über das mangelnde Umweltbewusstsein. So liegen neben
Thomas Löb ärgert sich an der Baustelle der Tesla-Fabrik über das mangelnde Umweltbewusstsein. So liegen neben Spanngurten viele Schaumstoffplatten am Waldrand, die in ein Naturschutzgebiet geweht werden. Kai Horstmann
Außerhalb der Tesla-Baustelle liegt allerhand Arbeitsmaterial herum. Zahlreiche Schaumstoffplatten weht der Wind der Win
Außerhalb der Tesla-Baustelle liegt allerhand Arbeitsmaterial herum. Zahlreiche Schaumstoffplatten weht der Wind der Wind über den Zaun. Diese dienten zuvor wohl als Polsterung für die Betonträger. Foto: Kai Horstmann Kai Horstmann
Außerhalb der Tesla-Baustelle liegt allerhand Arbeitsmaterial herum.
Außerhalb der Tesla-Baustelle liegt allerhand Arbeitsmaterial herum. Kai Horstmann
Freienbrink.

Wie ernst nimmt der US-Automobilkonzern Tesla den Umweltschutz wirklich? Bei einem Rundgang um das Baugelände der geplanten Fabrik in Freienbrink, Gemeinde Grünheide, entdeckte Thomas Löb, Landesvorsitzender der ÖDP Brandenburg, allerhand Arbeitsmaterial des Unternehmens.

Zwischen den Gleisen und dem Zaun des Tesla-Geländes lagen auf einer Länge von gut einem halben Kilometer eine Unzahl an Spanngurten und unzählige Schaumstoffplatten. Diese scheinen als Polsterung für den Transport von Bauträgern gedient zu haben und wurden vom Wind geradewegs ins angrenzende Waldgebiet geweht, dass sowohl als Naturschutz- als auch als Wasserschutzgebiet dient. „Daran sieht man, wie egal Tesla die Umwelt ist. Hier wird in einer enormen Schnelligkeit eine Fabrik hochgezogen, da spielt Umweltschutz keine Rolle“, kritisiert Thomas Löb.

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ÖDP will Anzeige gegen Tesla stellen

Der Ökologe Norman Heß (ÖDP) spricht von einer bedenklichen Sorglosigkeit. Es braucht Jahrhunderte, bis dieser Schaumstoff in der Umwelt sich aufgelöst hat, so Heß. Dazu stellt sich die Frage, aus welchem Material die Polsterung besteht. Wenn darin Schwermetalle enthalten sind, dann können diese Giftstoffe in das Grundwasser gelangen und werden später von uns Menschen wieder aufgenommen. „Wegen dieser Gefährdung des Trinkwassers wird die ÖDP eine Anzeige gegen Tesla stellen“, sagt Norman Heß.

Dabei hatte Tesla-Chef Elon Musk erst Anfang September bei einem Besuch der Baustelle in Freienbrink erklärt: „Alles, was wir tun können, um es für die Umwelt besser zu machen, wollen wir tun.“ Doch solche Aussagen hält Thomas Löb für gezielte Heuchelei. Trotz dieses Medienspektakels möchte Tesla scheinbar eher wenig mit der Presse zu tun haben. Im Internet findet sich keinerlei Ansprechpartner für dieses Tesla-Projekt. Selbst die Pressestelle des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums kann da nicht weiterhelfen. „Ich weiß, es ist für die Presse etwas kompliziert, einen Ansprechpartner bei Tesla zu finden“, vertröstet die Pressesprecherin.

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Musikerin Neigel endteckt Ölspur im Wald

Aber das ist bei Weitem nicht die einzige Umweltverschmutzung. Es wurden laut der Bürgerinitiative Grünheide Container mit Gefahrenstoffen entdeckt, die für jedermann zugänglich sind. Dazu beklagten sich Anwohner über Lärmbelästigung, da die Bauarbeiten länger angedauert haben sollen, als von den Behörden genehmigt sei. Auf einer Radtour Ende September durch den angrenzenden Wald entdeckte Julia Neigel, Mitglied der Bürgerinitiative Grünheide, unzählige Diesellachen auf einer Strecke von einem Kilometer.

Die bekannte Musikerin zeigte den Vorfall sofort bei der Polizei an. Als die Beamten eintrafen, weigerten diese sich, eine Strafanzeige aufzunehmen. Für die Polizisten, so Neigel, lägen keine Beweise vor, dass das Wasser kontaminiert wäre. Zudem sei sicherlich die Ölspur unabsichtlich entstanden. Sie sollen hinzugefügt haben, das sei eine Angelegenheit für das Ordnungsamt.

„Es schien fast so, als ob man sich dafür rechtfertigen muss, dass man die Behörden informiert. Dabei befanden wir uns in einem Trinkwasserschutzgebiet und ein Tropfen Benzin vergiftet tausend Liter Wasser. Da stellt sich die Frage, ob in den Behörden Brandenburgs das Wort Naturschutz und die Strafbarkeit von Handlungen in Sachen Umweltvergiftung eine unbekanntes Delikt ist“, kritisiert Julia Neigel.

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Kommentare (6)

1. Auf den 3 Bildern sehe ich ein Baustellengelände, auf dem Verpackungs-/Befestigungsmaterial erkennbar ist direkt dort, wo irgendwas entpackt wurde. Das könnte man sicher etwas aufräumen (vielleicht einmal täglich?).
Was ich auf den Bildern leider nicht erkennen kann sind die "vom Wind geradewegs ins angrenzende Waldgebiet geweht"en Schaumstoffplatten? Ich sehe nicht eine einzige. Auf dem einen Bild kann man erkennen, dass diese Teile sowohl unmittelbar links als auch rechts der Gleise liegen, also genau dort, wo die wie auch immer gearteten Teile entpackt wurden.

2. Wenn man hier überhaupt jemandem einen Vorwurf machen kann, dann bitte den beauftragten (deutschen?) Baufirmen, die ggf. nicht ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Aber ganz sicher nicht in erster Linie Tesla. Vielleicht sollte sich Hr. Thomas Löb einfach mal direkt an Tesla wenden. Das wäre sicher deutlich effektiver (wenn es ihm wirklich um die Sache ginge und nicht nur um krampfhafte Publicity). Ich gehe davon aus, dass Tesla sehr schnell reagieren würde und die ausführenden Baufirmen rügt.

Ich gehe davon aus, dass Thomas Löb um die Umwelt aktiv und schnell vor diesem Problem zu schützen und noch bevor er sich an die Presse gewandt hat doch hoffentlich adhoc eine Gruppe Helfer organisiert hat, um in einer Erstreaktion die vielen mit ggf. Schwermetallen behafteten Schaustoffteile aufzusammeln. Im zweiten Schritt hat er sicherlich Tesla Deutschland über dieses Thema informiert (z.B. über die Kontaktangaben auf der Website von Tesla) und erst dann hat er sich, nachdem alles safe war, an die Presse gewandt. Falls nicht, dann kann man wohl eher ihm Heuchelei vorwerfen als wie er es hier Tesla gegenüber tut.

Was wiederum im "angrenzenden Waldgebiet" durch Frau Neigel angeblich entdeckte "Diesellachen" (was noch zu beweisen wäre, wie die alarmierte Polizei anscheinend feststellt) mit Tesla zu tun haben erschließt sich mir nicht. Vielleicht war das der zuständige Förster mit seinem undichten Verbrenner-Diesel?
Und die "Container mit Gefahrenstoffen entdeckt, die für jedermann zugänglich sind" stehen also nicht auf dem Gebiet der abgesperrten Baustelle. Von wem sind die? In wessen Verantwortungsbereich gehören die? Bilder?

Das ist schon sehr schwammig was hier zu lesen ist und daher für mich unglaubwürdig.

Ich kann diese Einschätzungen voll und ganz unterstützen. Ich bin Grünheider und war heute Vorort. Mich wunderte das mit den Schaumstoffplatten und habe diese gesucht. Auch nicht im Wald. Es gibt keine. Wozu auch? Für Betonfertigteile, die zig Tonnen wiegen? Es gibt Gummiplatten aus Recycling. Es gibt Filzplatten . ja richtig, aus Filz. Und es gibt Kunststoffwinkel. Natürlich auch die Spanngurte und Stahlwinkel.
Nichts dergleichen fliegt in den Wald, wenn es keinen Orkan gibt. Das ist Fantasie. Dass es verstreut neben dem Gleis lag, ist schlampig für die Optik. Mehr aber auch nicht.
Inzwischen sind die Materialien sortiert auf Haufen geschichtet. Auch diese werden sicher nicht in den Wald geweht.
Entweder wird absichtlich gelogen, oder es wird sich etwas eingebildet, was es es nicht gibt.

Leute aus Grünheide und Umgebung, die regelmässig an der Baustelle vorbeifahren, konnten in der Vergangenheit wiederholt "Umweltsünden" Teslas beobachten. Tesla baut nun einmal in einem Trinkwasserschutzgebiet und da ist die Betankung von Baufahrzeugen auf ungeschütztem Boden nicht gestattet - sie geschieht aber. Ebenso ist das Aufstellen von Baustellentoiletten ungeschützt nicht gestattet, es passiert aber. Weiterhin zweifeln einheimische Naturschützer, die mit Flora und Fauna der Gegend vertraut sind, an, daß auf 93 ha gerodeter Waldfläche nur "ein adultes Eidechsenmännchen", welches abgesammelt werden konnte, gelebt haben soll. Nun kann man das alles als peanuts abtun, mulmig wird einem aber, wenn man von den Hunderten Pfahlbohrungen hört, den Tausenden einzubringender Lanzen, dem zu bohrenden Tiefenbrunnen - all diese Dinge sind im Trinkwasserschutzgebiet strengstens verboten. Indem die Umweltbehörde Befreiungen von diesen Verboten erteilt, verlieren diese Verbote nicht gleichzeitig ihren Sinn und machen die ungeschützten Grundwasserleiter, in denen unser Trinkwasser fließt, noch keinen Bogen um die Baustelle. Diese Fakten machen Tesla zum unglaubwürdigen Umweltschützer und Grünheide für Tesla zum falschen Standort. Es ist ja schlechterdings nicht so, daß es in ganz Brandenburg keinen anderen Bauplatz für eine mit Gefahrstoffen der Klasse III arbeitende Gigafabrik gegeben hätte als ein Trinkwasserschutzgebiet. Die Sache mit den Verschmutzungen am Baufeld ist also nur ein Beispiel für viele und es ist der ÖDP zu danken, daß sie sich als Nichtregierungspartei des Themas annimmt. Die Wähler in Grünheide werden sich das bis 2021 merken.

Da hier aber auch anderenorts heftig darüber diskutiert wird. Der Onlinebeleg zu den Diesellachen im Wald an der Tesla Baustelle, die dem Betreiber zuzuordnen sind. Sowie ein nicht gesicherter Container mit Gefahrenstoffen, für jedermann zugänglich. War Thema der öffentlichen Anhörung in Erkner, bei der Polizei angezeigt und den Behörden wie etwa LfU nun bekannt https://www.bi-gruenheide.de/2020/09/28/diesellachen-im-wald-an-tesla-baustelle/

Das was ELENAPOWER da schreibt, ist in sich völlig unschlüssig. Zum einen ist es ja gut, dass der Schreiber erkennt, dass da Verpackungsmaterial herumliegt. Aber dann anhand der Bilder zu kritisieren, dass man gar nicht sieht, dass der Müll im Wald gelandet ist, das ist schon grober Unfug. Kaum ein Fotograf wird ein einzelnes herumliegendes Teil fotografieren, dass dann groß in der Zeitung zu sehen ist. Grund: ein einfach langweiliges Foto.
Und Tesla ist ja sowieso unschuldig, weil ja seine Baufirma den Müll da liegen gelassen hat, Immer wieder wird von schlechten Arbeitsbedingungen bei Tesla berichtet. Eine Folge davon ist diese Umweltsauerei. Billig hat eben seine Nachteile. Und mit diesen Bildern wird auch klar die Aussagen von Musk widerlegt, der da sagte: „Alles, was wir tun können, um es für die Umwelt besser zu machen, wollen wir tun.“
Aber damit nicht genug. Warum soll ein Umweltschützer die Umweltsünden eines Konzerns beseitigen, wo der Chef Millionen kassiert, wer er dem Umweltverschmutzung vorwirft. Damit schneidet er sich doch ins eigene Fleisch, weil er damit Beweise für die Umweltvergehen zerstört und zugleich seine Argumente verliert. Das ist es doch klar, dass Tesla-Fan ELENAPOWER dort sauber macht, damit die "bösen" Umweltschützer keine Argumente finden. Da kann er gleich TPETERSOHN mitnehmen.
Und was die Aussagen von Julia Neigel betrift, die sind dank Thomas Löb gut belegt.

Liebe*r ELENAPOWER,

Ein kurzes Beispiel, zur Veranschaulichung, wer dafür verantwortlich ist, wenn eine Baufirma Dreck dort ablegt, wo es nicht hingehört.
Stellen Sie sich vor, sie haben Bauvorhaben im Garten, in der Wohnung.
Dann sind 1. Sie dafür verantwortlich, ihrer beauftragten Firma zu erklären, wo der Müll gelagert werden soll. Dann sind Sie als Auftraggeber dafür verantwortlich, diesen Müll dann auch zu entsorgen sowie dafür zu sorgen, dass Ihre Vorgaben eingehalten werden. Und wenn die von Ihnen beauftragte Firma den Müll, der ja letztlich Ihrer ist, da er von den Materialien stammt, die benötigt werden, damit Ihr Bauvorhaben durchgeführt werden kann und es damit dann auch das von Ihnen gekaufte Materialien sind, auf das Nachbargrundstück oder in den Hausflur der Wohnungsgesellschaft wirft, dann hat die Verantwortliche Partei, das wären in diesem Falle dann Sie und in unserem konkreten Fall die Fa. Tesla Brandenburg SE, dafür Sorge zu tragen, dass das weg kommt.
Dort sind jeden Tag auch Direktangestellte der Fa. vor Ort (nicht nur Suppis), die sicherlich nicht nur im Kabuff Kaffee trinke (hofft man), sondern auch immer wieder das Gelände ablaufen oder fahren und über die Grenzen hinaus schauen, was so auf Ihrer Baustelle passiert. Und wenn man dann behauptet, man habe davon nichts mitbekommen, ist das einfach verantwortungslos vom Auftraggeber (Fa. Tesla Brandenburg SE). Und ja, da ist die Baufirma nicht unschuldig. Aber die Verantwortung dafür, wie die Baustelle aussieht und verlassen wird, die trägt der Auftraggeber. Und dass die davon nichts wüssten kann an sich nicht sein, da wie gesagt immer Leute vor Ort sind. Und falls sie es wirklich nicht wussten, macht es das nicht ein Deut besser, da dies bedeuten würde, dass die Firma auf so etwas nicht achtet. Und wenn einer Fa. von anderen (die nicht im Auftrag der Fa. arbeiten) erstmal gesagt werden muss, was auf und im Zusammenhang mit ihrer Baustelle passiert, ist das schon echt bitter. Und das bei der angeblich "umweltfreundlichsten Fabrik" der Welt...