KOMMUNALWAHLEN

Mehr als 20.000 Kandidaten treten in Brandenburg an

Am 26. Wahl findet in Brandenburg nicht nur die Europawahl statt. Auch Kommunalwahlen stehen auf dem Programm. Die Stimmzettel sind ellenlang.
Benjamin Lassiwe Benjamin Lassiwe
Gleich mehrere Wahlen stehen am 26. Mai in Brandenburg an.
Gleich mehrere Wahlen stehen am 26. Mai in Brandenburg an. Sebastian Gollnow
Potsdam.

Als der jüngste Kandidat geboren wurde, war die älteste Bewerberin bereits im Ruhestand: Mehr als 20.000 Brandenburger bewerben sich am 26. Mai um ein Mandat in einem Kreistag, einer Stadtverordnetenversammlung, einer Gemeindevertretung oder einem Ortsbeirat. Zusätzlich kandidieren insgesamt 23 Brandenburger auf einer Bundes- oder Landesliste bei der parallel stattfindenden Europawahl. Diese Zahlen gab Landeswahlleiter Bruno Küpper am Montag in der Potsdamer Landespressekonferenz bekannt.

Jüngster Kreistagskandidat des Landes ist demnach der 2001 geborene Tobias Präkels, der für die Linken in Oder-Spree antritt, älteste Kandidatin die 1933 geborene Helga Siegmund, die für die Listenvereinigung „BVB/Freie Wähler/Gartenfreunde“ in Brandenburg (Havel) für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert.

Insgesamt sind in Brandenburg 2,1 Millionen Bürger ab 16 Jahren bei den Kommunalwahlen wahlberechtigt. Bei den Europawahlen sind es etwas weniger, da 16- und 17-Jährige noch nicht mitstimmen dürfen. Wahlberechtigt sind auch im Land lebende EU-Bürger, die sowohl bei den Kommunal- als auch bei den Europawahlen wählen können. Sie werden, je nachdem, in welchem Ort sie zu den Urnen gehen, bis zu fünf Stimmzettel erhalten – denn in 264 amtsangehörigen Gemeinden werden ehrenamtliche und in zwei amtsfreien Gemeinden auch hauptamtliche Bürgermeister gewählt.

Bundesweite Wahlstatistik zur Europawahl

Die Stimmzettel sind dabei sowohl für die Wähler als auch für die Wahlhelfer kaum noch beherrschbar. Der Zettel für die Europawahl ist beispielsweise 94 Zentimeter lang. Das führte auch beim Landeswahlleiter zu Problemen. „Die Druckerei, mit der wir bislang gearbeitet haben, hat uns mitgeteilt, dass sie bei solchen Stimmzetteln passen muss”, sagte Küpper.

In insgesamt 88 Brandenburger Wahlbezirken fänden die Wähler neben den Feldern mit den Listen und den Kreisen zum Ankreuzen auf dem Wahlzettel auch Angaben zu ihrem ungefähren Lebensalter und ihrem Geschlecht. „Dort sammeln wir Daten für die bundesweite, repräsentative Wahlstatistik zur Europawahl“, sagte Küpper. So könne es passieren, dass eine Wählerin auf ihrem Stimmzettel die Aussage „weiblich, 1960 – 1974“ finde. Oder ein Wähler die Worte „männlich/divers, 1995 – 2001“.

Denn die neue Geschlechtskategorie „divers“ erfasse man bei der Statistik nicht getrennt. Zudem seien die Wahlzettel zur Europawahl in der rechten oberen Ecke angeschrägt: Dies diene dazu, dass Blinde und Sehbehinderte an dieser Stelle eine vom Blinden- und Sehbehindertenverband Brandenburg angefertigte Stimmzettelschablone anlegen könnten. Für die Kommunalwahlen ist das aufgrund der Vielzahl der Kandidaten und Stimmzettel allerdings nicht möglich.

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