KLIMA-AKTIVISTEN

Kohlegegner haben erneut Tagebau besetzt

Sogenannte Umweltaktivisten, die ein schnelles Ende der Kohleförderung erreichen wollen, haben den Eimerkettenbagger einer Förderbrücke besetzt. Die Brücke steht still, Kohle kann aber weiter abtransportiert werden.
dpa
Bereits im November hatten Kohlegegner im Tagebau und am Kraftwerk Jänschwalde gegen die Klimapolitik protestiert.
Bereits im November hatten Kohlegegner im Tagebau und am Kraftwerk Jänschwalde gegen die Klimapolitik protestiert. Patrick Pleul
Auf die einen derartigen Eimerkettenbagger sind die Besetzer geklettert.
Auf die einen derartigen Eimerkettenbagger sind die Besetzer geklettert. Patrick Pleul
Der Protest gegen den Tagebau verlief nicht immer friedlich, bei vorherigen Aktionen wurden auch Transportgleise zum Kraft blo
Der Protest gegen den Tagebau verlief nicht immer friedlich, bei vorherigen Aktionen wurden auch Transportgleise zum Kraft blockiert. Christophe Gateau
Im Braunkohlekraftwerk Jänschwalde der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG) wird die Braunkohle zu Strom umgewandelt.
Im Braunkohlekraftwerk Jänschwalde der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG) wird die Braunkohle zu Strom umgewandelt. Patrick Pleul
Mit grünen Holzkreuze und Schutzhelme protestierten ihrerseits Mitarbeiter des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde geg
Mit grünen Holzkreuze und Schutzhelme protestierten ihrerseits Mitarbeiter des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde gegen den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen. Patrick Pleul
Jänschwalde.

Umweltaktivisten haben am Freitag einen Bagger im Braunkohle-Tagebau Jänschwalde besetzt. Sie fordern einen sofortigen Kohleausstieg. Eine Gruppe des Aktionsbündnisses „Ende Gelände“ drang am Morgen auf das Gelände in der Lausitz ein. Der Protest führte dazu, dass der Betreiber des Tagebaus nach eigener Darstellung eine Förderbrücke abstellte. Die Polizei war im Einsatz.Deutschland plant den Kohleausstieg bis spätestens 2038, was Klimaaktivisten für zu spät halten. Das Gesetz zum Kohleausstieg soll kommende Woche beschlossen werden.

Kraftwerk kann weiter beliefert werden

Aus Sicherheitsgründen könne Abraum nicht weiter gefördert werden, sagte der Sprecher des Tagebaubetreibers Leag, Thoralf Schirmer. Die bereits freigelegte und vom Abraum befreite Kohle unter der Förderbrücke könne aber über ein separates Förderband geborgen und abtransportiert werden. „Die Versorgung des Kraftwerkes Jänschwalde mit Kohle ist derzeit nicht beeinträchtigt“, sagte Schirmer.

Gegen 5 Uhr habe eine Gruppe einen Bagger besetzt, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd. Etwa 30 Aktivisten seien auf dem Tagebaugelände, teilte Ende Gelände mit. Rund 15 von ihnen kletterten auf den Kran eines Baggers, sagten Polizei und Leag-Sprecher.

Nicht die erste Aktion dieser Art

Die Umweltaktivisten seien aufgefordert worden, den etwa 40 Meter hohen Kran zu verlassen, sagte der Sprecher des Tagebau-Betreibers, Schirmer. Sie bewegten sich auf einem Terrain, auf dem sie die Gefahren nicht einschätzen könnten, sagte er. Die Höhenrettung sei in Bereitschaft.

Mit der Aktion will das Anti-Kohle-Bündnis „Ende Gelände“ nach Angaben einer Sprecherin gegen das geplante Kohlegesetz der Bundesregierung protestieren und die sofortige Abschaltung von Kohlekraftwerken fordern. Auf einem Video auf Twitter ist zu sehen, wie Menschen auf einem Bagger ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Wenn Gesetze versagen ist Zeit für Blockaden“ aufhängten.

Nach Angaben des Leag-Sprechers waren Kohlegegner im Februar vergangenen Jahres bereits auf einen anderen Bagger dieser Förderraumbrücke geklettert.

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