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Brandstiftung möglich

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Ex-Militärgelände Lieberose brennt schon wieder

Bereits zum Wochenende hin musste die Feuerwehr auf dem Ex-Militärgelände Brände löschen und Nachtschichten schieben.
Bereits zum Wochenende hin musste die Feuerwehr auf dem Ex-Militärgelände Brände löschen und Nachtschichten schieben.
Julian Stähle

Munition bereitete der Feuerwehr auf dem Ex-Truppenübungsplatz Lieberose schon Sorgen. jetzt brennt es dort erneut. Das Feuer breitete sich rasant aus.

Nach dem Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose im Süden Brandenburgs brennt es dort erneut. Bis zum späten Sonntagabend sei bereits eine 50 Hektar große Fläche verbrannt, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel. „Es ist eine große Rauchsäule zu sehen.” Das Feuer breite sich rasant aus.

Nach Angaben der zuständigen Rettungsleitstelle Lausitz sind die Löscharbeiten in der Nacht zum Montag zunächst unterbrochen worden. Für 6 Uhr sei eine Lagebesprechung zum weiteren Vorgehen geplant, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Förster sollten in den Nachtstunden beobachten, ob sich das Feuer auch außerhalb des früheren Militärgeländes ausbreitet.

Flächen nicht betreten: Munition!

Viele Brandflächen können Engel zufolge von den Feuerwehrleuten nicht betreten werden, weil auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz noch Munition vermutet wird. „Eine Brandbekämpfung ist nicht möglich.” Deshalb seien zwei Hubschrauber von Bundespolizei und Bundeswehr vor Ort. Sie mussten mit Einbruch der Dunkelheit aber wieder landen.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es in der Lieberoser Heide gebrannt. 400 Hektar Heide und Wald wurden dabei vernichtet. Betroffen waren Flächen einer Natur-Stiftung sowie Wirtschaftswald des Landes Brandenburg. Die Einsatzkräfte waren erst am späten Freitagabend von dort abgezogen worden.

In MV musste die Feuerwehr erst vergangene Woche Verstärkung anfordern. An der A14 brannte ein munitionsbelastetes Gebiet, Löschpanzer wurden eingesetzt

Brandstiftung nicht mehr ausgeschlossen

Der Brand am Sonntag sei auf einer anderen Fläche ausgebrochen, sagte der Landesbeauftragte. Es gebe so viele Feuerstellen, dass Brandstiftung nicht mehr ausgeschlossen werde könne. In den Tagen zuvor war vermutet worden, dass möglicherweise durch Hitze entzündete Munition den Brand ausgelöst haben könnte.

Am Sonntagabend brannte es laut Engel auch auf einen ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. Das Feuer habe dort auf einen Wald übergegriffen. Eine drei Hektar große Fläche sei verbrannt. Der Brand war am Sonntagabend gelöscht worden.

Das Gebiet Lieberoser Heide liegt nördlich von Cottbus, der ehemalige Truppenübungsplatz ist rund 25 000 Hektar groß. Zu DDR-Zeiten machte das russische Militär dort Schießübungen. Die Lieberoser Heide besteht heute aus Sandgebieten, Heideflächen und Wäldern.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern kam es zuletzt zu zahlreichen Bränden, unter anderem hier: