CORONA IN BRANDENBURG

Bundeswehr hilft in Gesundheitsämtern aus

Die Gesundheitsämter arbeiten wegen der Corona-Neuinfektionen am Limit. Damit das System nicht kippt, eilen nun Soldaten zur Hilfe.
dpa
Brandenburgs Gesundheitsämter stoßen mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen im Herbst an ihre personellen K
Brandenburgs Gesundheitsämter stoßen mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen im Herbst an ihre personellen Kapazitätsgrenzen. Um einen Engpass zu verhindern, werden Mitarbeiter anderer Ämter sowie Bundeswehrsoldaten zur Verstärkung eingesetzt. ( Julian Stratenschulte
Potsdam.

Brandenburgs Gesundheitsämter stoßen mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen im Herbst an ihre personellen Kapazitätsgrenzen. Um einen Engpass zu verhindern, werden Mitarbeiter anderer Ämter sowie Bundeswehrsoldaten zur Verstärkung eingesetzt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Die Gesundheitsämter sind derzeit sehr stark belastet. Insbesondere durch Teams der Bundeswehr als Unterstützung können die Aufgaben noch erfüllt werden”, sagt Dominik Lenz, Sprecher im Potsdamer Gesundheitsministerium.

Berliner Zahlen haben Einfluss auf Potsdam

Im Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Potsdam gibt es derzeit 70 Mitarbeiter. „Durch die steigenden Fallzahlen in Berlin steigen auch die Nachverfolgungen der Kontaktpersonen in Potsdam”, sagt Stadtsprecherin Juliane Güldner. Der zusätzliche Personalbedarf für Hotline und Nachverfolgung liege bei bis zu 30 Personen. Der Bedarf werde aktuell mit 10 Bundeswehrsoldaten gedeckt sowie mit abgeordneten Mitarbeitenden aus der Stadtverwaltung. Ab Januar 2021 sollen laut der Sprecherin zusätzliche Stellen für die Kontaktnachverfolgung zur Verfügung stehen.

Containment-Scout vom Robert-Koch-Institut

29 der 44 Gesundheitsamtsmitarbeiter im Landkreis Oberhavel sind aktuell mit Aufgaben rund um die Bekämpfung der Corona-Pandemie betraut. „Hier wurde in den vergangenen Wochen um 20 Mitarbeitende aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung aufgestockt”, informiert Kreissprecherin Irina Schmidt. Hinzu kämen fünf Bundeswehrsoldaten und ein Containment-Scout vom Robert-Koch-Institut.

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Zudem bereite die Kreisverwaltung den Einsatz einer Sondergruppe vor, die sich Projektaufgaben widmen werde. „Dort werden voraussichtlich 16 Mitarbeitende tätig werden”, sagt Irina Schmidt. Derzeit liefen Bewerbungsgespräche und erste Einstellungsverfahren. Erste Einsätze im November seien aussichtsreich.

Andere Verwaltungsbereiche mit weniger Mitarbeitern

Der Abzug von Mitarbeitern aus anderen Verwaltungsbereichen hat laut Irina Schmidt bisher keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Landkreises. In Cottbus sind laut Stadtsprecher Jan Gloßmann 40 Mitarbeiter anderer Fachbereiche geschult worden, um im Bedarfsfall als Kontaktermittler einspringen zu können oder andere dringende Aufgaben zu übernehmen. „Zum Teil wird Personal schwerpunktmäßig eingesetzt. Dafür bleibt anderes zunächst unbearbeitet”, sagt der Stadtsprecher.

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Im Landkreis Teltow-Fläming fehlt es sogar an Personal. „Seit Jahren können Arztstellen nicht besetzt werden, hinzu kommt fehlendes Personal bei der Pandemiebewältigung”, sagt Kreissprecherin Heike Lehmann. Für den derzeit erforderlichen Sieben-Tage-Betrieb benötige man mindestens drei weitere Fachkräfte im Bereich Hygiene und bis zu neun Personen zur Unterstützung.

Fachkräfte-Markt ist leergefegt

Zusätzlich seien dem Landkreis durch die Pandemie und die hierzu erlassenen Regelungen weitere Aufgaben übertragen worden. Deshalb habe man die Unterstützung durch andere Ämter reduziert. Aktuell seien etwa 70 Stellen in der Kreisverwaltung unbesetzt.

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Problematisch gestaltet sich für viele Verwaltungen die Einstellung geeigneter Fachkräfte. „Der Markt ist leergefegt, auch Berlin und alle anderen Landkreise suchen Fachkräfte”, sagt Heike Lehmann. Im ärztlichen Bereich seien die mangelnde Attraktivität der Stellen und die Bezahlung hinderlich bei der Besetzung.

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Alle Hoffnungen richten sich deshalb auf den Bund. Dieser stellt laut Dominik Lenz in den kommenden fünf Jahren vier Milliarden Euro für die personelle und digitale Stärkung sowie die Steigerung der Attraktivität zur Verfügung. Bundesweit sollten 5000 neue Stellen in den Gesundheitsämtern geschaffen werden. „Auch das Land Brandenburg profitiert von diesem Programm”, so der Ministeriumssprecher.

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