PARTEIEN UND CORONA

Brandenburger CDU in Sonntagsfrage wieder vor AfD

Gut ein Jahr nach der Landtagswahl hat sich die Stimmung bei den Bürgern möglicherweise gedreht. Auch bei der Corona-Politik hat sich laut Umfrage die Akzeptanz verschoben.
Dürften die Brandenburger jetzt noch einmal wählen, könnten hier im Potsdamer Landtag andere Parteien sitzen.
Dürften die Brandenburger jetzt noch einmal wählen, könnten hier im Potsdamer Landtag andere Parteien sitzen. Soeren Stache
Potsdam.

Wären am Sonntag in Brandenburg Landtagswahlen, läge die CDU erstmals wieder vor der im Land als rechtsextrem eingestuften AfD. Wie aus dem jüngsten Brandenburg-Trend von Infratest Dimap hervorgeht, käme die SPD in der sogenannten Sonntagsfrage auf 26 Prozent der Wählerstimmen. Die CDU läge jetzt bei 20 Prozent, die AfD käme auf 19 Prozent der Stimmen.

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FDP wäre knapp im Parlament

12 Prozent würden die Grünen wählen, 11 Prozent die Linken. BVB/Freie Wähler wäre mit 3 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten, anders als die FDP, die überraschend auf 5 Prozent der Stimmen käme.

Linkes Bündnis wäre möglich

Bei den Landtagswahlen 2019 hatte die SPD 26,2 Prozent der Stimmen, die AfD 23,5 Prozent, die CDU 15,6 Prozent, die Grünen 10,8 Prozent, die Linken 10,7 und BVB/Freie Wähler 5,0 Prozent der Zweitstimmen erreicht. Die FDP war damals an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Eine Kenia-Koalition wäre nach der aktuellen Umfrage ebenso möglich wie ein rot-rot-grünes Bündnis. Und eventuell könnte es – abhängig davon, wie viele Parteien am Ende die Fünf-Prozent-Hürde schaffen – in Brandenburg sogar für eine Große Koalition von SPD und CDU ohne dritten Partner reichen.

Kaum einer kennt die Opposition

Beliebtester Politiker im Land ist demnach weiterhin Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): Mit ihm sind 67 Prozent der Brandenburger zufrieden. Von der Corona-Krise am meisten profitieren konnte aber Krisenmanagerin Ursula Nonnemacher (Grüne), die in der Zufriedenheit von 20 auf 37 Prozent sprang. Insgesamt sind ein Jahr nach dem Start der Kenia-Koalition aus SPD, CDU und Bündnisgrünen 53 Prozent mit der neuen Landesregierung zufrieden. Innenminister Michael Stübgen (CDU) wird von 21 Prozent positiv bewertet. Die Fraktionschefs der Opposition Christoph Berndt (AfD), Sebastian Walter (Linke) und Péter Vida (BVB/FW) sind den Brandenburgern weitgehend unbekannt und kommen auf geringe Zufriedenheitswerte (je 9 Prozent).

Frage nach Corona-Maßnahmen

Die Zustimmung zu den derzeitigen Corona-Maßnahmen ist in Brandenburg im Vergleich zum April gesunken. Diejenigen, die die Einschränkungen für übertrieben halten, bleiben dennoch deutlich in der Minderheit. Eine Mehrheit von 52 Prozent bewertet die Maßnahmen als angemessen, zum Zeitpunkt der ersten Pandemie-Welle im April waren es noch 76 Prozent. Die Zahl derjenigen, die die Maßnahmen für nicht ausreichend halten, hat sich auf 27 Prozent fast verdoppelt (+13 Punkte). 18 Prozent halten sie für übertrieben (+9). Vier von fünf Brandenburgern (79 Prozent) rechnen schon jetzt mit einer Verlängerung der Einschränkungen in den Dezember, aber jeder Zweite (53 Prozent) wünscht sich, dass die Beschränkungen zu Weihnachten gelockert werden. Für den Trend wurden vom 12. bis 17. November 1002 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt.

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