USA

Schwer bewaffnete Bürgerwehr schockiert das Netz

Heftige Bilder aus den USA: Am Nationalfeiertag des 4. Juli marschierte im Bundesstaat Georgia eine schwer bewaffnete, afroamerikanische Bürgerwehr auf.
Schwer bewaffnet zogen die Mitglieder der NFAC-Bewegung durch die Straßen.
Schwer bewaffnet zogen die Mitglieder der NFAC-Bewegung durch die Straßen. Screenshot/Twitter
Trotz des aggressiven Erscheinungsbildes blieb die Demonstration friedlich.
Trotz des aggressiven Erscheinungsbildes blieb die Demonstration friedlich. Screenshot/Twitter
Stone Mountain.

Dunkel gekleidet, vermummt und schwer bewaffnet zogen am US-amerikanischen Unabhängigkeitstag mehrere Hundert Afroamerikaner zum „Stone Mountain”, einem riesigen Granitfelsen in der Nähe der Stadt Atlanta. Die Nordwand des Felsens ist bekannt für ein umstrittenes Konföderierten-Denkmal und gilt als Gründungs- und Pilgerstätte des rassistischen Ku Klux Klan.

Aggressives Erscheinungsbild

Die Teilnehmer des Aufmarsches versammelten sich im „Stone Mountain Park” am Fuße des Reliefs und demonstrierten für dessen Abschaffung. Es zeigt drei Schlüsselfiguren der Konföderierten im US-Bürgerkrieg (1861-1865, Nord- gegen Südstaaten, gesellschaftliche Spaltung wegen Sklaverei-Frage) in Granit gemeißelt.

Trotz des aggressiven Erscheinungsbildes der Teilnehmer blieb die Lage während der Veranstaltung friedlich, betonte die Parkleitung gegenüber dem Magazin „Newsweek”. Zu dem Aufmarsch hatte laut Newsweek die schwarze Aktivisten-Gruppierung „Not Fucking Around Coalition” (kurz: NFAC, sinngemäß: „Wir meinen es ernst-Koalition”) aufgerufen.

„Wir kommen nicht, um zu singen”

Deren Gründer, genannt Grand Master Jay, betonte gegenüber dem Magazin, seine Miliz sei „100 Prozent schwarz”, mit der „Black Lives Matter”-Bewegung habe man nichts zu tun. NFAC sei radikaler: „Wir sind eine schwarze Bürgerwehr. Wir protestieren nicht, wie sind keine Demonstranten. Wir kommen nicht, um zu singen oder für Sprechchöre. So etwas machen wir nicht.”

Ziel der Versammlung am Unabhängigkeitstag sei gewesen, als schwarze Miliz Präsenz zu zeigen und auf die zwingend notwendige Abschaffung des Südstaaten-Denkmals hinzuweisen. „Wenn im Land jetzt alle möglichen Denkmäler abgeschafft werden – was ist mit diesem?”, so Grand Master Jay zu Newsweek.

Rechtsradikale zum Kampf herausgefordert

Infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis waren in den USA heftige Unruhen entbrannt. In einigen Städten waren Statuen gestürzt worden, die historische Personen darstellen und in Verbindung mit Rassismus gebracht werden.

In den sozialen Medien machten auch Videos vom NFAC-Aufmarsch die Runde, in dem Grand Master Jay via Megafon die „weiße Miliz” des Atlanta-Vorortes Stone Mountain auffordert, herauszukommen und sich der Herausforderung zu stellen. Seinen Worten im Video zufolge eine Reaktion auf rechtsradikale Drohungen gegen die afroamerikanischen Demonstranten im Vorfeld Marsches. Die NFAC-Bewegung gilt selbst als extremistisch und in Teilen anti-semitisch.

Bürgerkriegsähnliche Zustände?

Die Bilder des militaristischen Aufmarschs wurden in den sozialen Medien unterschiedlich kommentiert und eingeordnet. Viele User zeigten sich schockiert und äußerten Sorge über das Aufglimmen bürgerkriegsähnlicher Zustände in den USA. Andere meinen, die bis unter die Zähne bewaffnete Gruppierung übe lediglich ihr verfassungsmäßiges Recht auf den Besitz und das Tragen von Waffen als US-Bürger aus.

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