GIFTKÖDER

Regierung will zwei Millionen Katzen töten

Der Plan klingt grausam: Innerhalb eines Jahres sollen zwei Millionen Katzen sterben – durch vergiftete Würstchen, die aus Flugzeugen geworfen werden.
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Mit vergifteten Würstchen will die australische Regierung zwei Millionen Katzen töten.
Mit vergifteten Würstchen will die australische Regierung zwei Millionen Katzen töten. Silvia Marks
Adelaide.

Sie sind süß, sie sind kuschelig – und sie sind Staatsfeind Nummer 1: Verwilderte Katzen sind ein großes Problem in Australien. Auf bis zu sechs Millionen Tiere wird die Population auf dem Kontinent geschätzt. Die Räuber werden für das Aussterben einiger Säugetierarten verantwortlich gemacht, bedrohen den Bestand diverser Reptilienarten (unter anderem Geckos und Bartagamen) und sollen täglich bis zu eine Million Vögel töten.

Die Politik will die Zahl der Katzen jetzt konsequent verkleinern. Bis 2020 sollen zwei Millionen der wild lebenden Tiere getötet werden. Vergiftetes Futter soll aus der Luft im Land verteilt werden. Wie die „New York Times“ berichtet, werden die Würstchen in der Stadt Perth produziert und bestehen aus Kängurufleisch, Hühnchenfett, Gewürzen und Kräutern.

Nach 15 Minuten tritt der Tod ein

Die Giftwürstchen sollen die Katzen innerhalb von 15 Minuten ins Jenseits befördern. Der Entwickler des Giftköders, Dave Algar, soll sie sogar an seinen eigenen Katzen – allerdings ohne Gift – getestet haben. Er sagte der „New York Times”: „Sie müssen gut schmecken. Sie sind die letzte Mahlzeit der Katzen.”

Die verwilderten Katzen fühlen sich vor allem in Südaustralien im Gebiet nördlich von Adelaide wohl. Aber auch in den anderen Teilen des Landes, in Wäldern, Sumpfgebieten, auf Weiden und in trockeneren Regionen haben sie sich rasant vermehrt. Konkret macht die australische Regierung sie dafür verantwortlich, dass sich die Populationen bedrohter Arten wie Kaninchennasenbeutler (Bilby), Bürstenkängurus (Bettong), Nasenbeutler (Bandicoot) oder Ameisenbeutler (Numbat) in den vergangenen Jahren stark verringert haben.

Sieben Euro Kopfgeld für getötete Katze

In einigen Gebieten Australienes wird auf Katzen bereits seit Längerem ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet fast 7 Euro ausgesetzt, berichtet der Fernsehsender CNN.

Die Regierung führt an, dass sie sich mit Gemeinden, Wissenschaftlern und Umweltschützern bei ihren Zielen abgestimmt hätte. Die massenhafte Tötung ist dennoch umstritten. Die Tierrechtsorganisation PETA teilt beispielsweise die Meinung, dass die verwilderten Katzen eine echte Gefahr für die einheimische Fauna sind. Allerdings plädiert die Organisation dafür, dass die Tiere nicht mit Giftködern oder durch Gewehrkugeln getötet werden. Vielmehr sollten die Tiere gefangen und „falls notwendig” eingeschläfert werden .

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