RAUCHER-STUDIE

Hilft Nikotin bei Corona-Infektion?

Einer neuen Studie zufolge sollen auffallend wenig Raucher an Covid-19 erkranken. Kann das sein?
Eine aktuelle Studie aus Frankreich scheint zu belegen, dass Nikotin zur schnellen Heilung einer Corona-Infektion beitragen ka
Eine aktuelle Studie aus Frankreich scheint zu belegen, dass Nikotin zur schnellen Heilung einer Corona-Infektion beitragen kann. Christin Klose
Paris.

Bisher galten Raucher als Risikogruppe für schwer verlaufende Corona-Infektionen. Wissenschaftler haben jetzt aber auf eine möglicherweise schützende Wirkung von Nikotin im Falle einer Corona-Infektion hingewiesen. Klingt fast unglaublich, aber...

Studien mit Nikotinpflastern geplant

Die Ergebnisse einer entsprechenden Studie werden aber offenbar so ernst genommen, dass jetzt im Pariser Krankenhaus La Pitié-Salpêtrière mithilfe von Nikotinpflastern erforscht werden soll, ob Patienten damit behandelt werden können, berichtet der Nachrichtensender n-tv auf seiner Internetseite. Auch die französische Zeitung „Le Monde” berichtet darüber.

Nikotin scheint Viren auszubremsen

Die Forscher vermuten demnach, dass Nikotin die Vermehrung der Viruszellen bremsen könnte. Die Annahme beruht auf der vergleichsweise geringen Zahl an Rauchern unter Covid-19-Patienten – weltweit liegt die Rate laut mehreren Studien zwischen 1,4 und 12,5 Prozent.

Ein genaueres Bild bietet eine neue Studie aus Frankreich: Von 500 Covid-19-Patienten – davon 350 im Krankenhaus behandelte Patienten und 150 weitere leichtem Krankheitsverlauf – waren nur fünf Prozent Raucher, erklärte Studienleiter und Professor für Innere Medizin, Zahir Amoura. Das seien 80 Prozent weniger Raucher unter den Covid-Patienten als in der allgemeinen Bevölkerung in der gleichen Alters- und Geschlechtskohorte.

Prävention für Pflegekräfte

„Die Hypothese ist, dass Nikotin an Zellrezeptoren anhaftet, die vom Coronavirus genutzt werden und damit die Anhaftung des Virus verhindert”, wird Professor Jean-Pierre Changeux vom Institut Pasteur und dem Collège de France auf n-tv.de zitiert. Auf diese Weise könne das Virus nicht in die Zellen eindringen und sich im Organismus ausbreiten.

Laut Professor Amoura soll durch die geplante Studie mit verschieden dosierten Nikotinpflastern auch erforscht werden, ob zum Beispiel Pflegekräfte präventiv mit einem Pflaster geschützt werden können. Für die Studie muss Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran allerdings noch grünes Licht geben.

Trotzdem ist Rauchen schädlich

Jetzt wegen Corona wieder oder gar neu mit dem Rauchen anzufangen, sei aber definitiv nicht geboten, warnen die Wissenschaftler. Rauchen ist und bleibt jenseits des angenommenen Schutzeffekts eine massive Gefahr für die Gesundheit.

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Kommentare (3)

Von der Risikogruppe zur Therapieempfehlung!
Erinnert mich irgendwie an das Maskenthema: Von der Virenschleuder zur Maskenpflicht...

ich sehe schon leere Regale, Nichtraucher hamstern mit einmal Kippen, Rauchen wird zur Pflicht ab....., wer ohne Kippe im Mund erwischt wird muss 50€ Strafe zahlen. hahahahahaha

Es gibt Hinweise darauf, dass COVID-19 für die Reproduktion im Körper nicht (oder nicht überwiegend) auf das Andocken an die ACE2-Rezeptoren (Angiotensin-converting enzyme 2 Rezeptoren) für die Verbreitung angewiesen ist, sondern vielmehr auf die nAChR (nikotinischen Acetylcholinrezeptoren). Damit könnte die Gabe von Nikotin die Gefahr einer Infektion verringern und bei erfolgter Infektion das Virus im Körper eindämmen und zu einem milderen Verlauf führen.
So finden z.B. auch Nikotin bzw. Nikotin-Derivate teilweise praktische Anwendung bei einigen HIV-Therapien.

Eines ist aber in aller Deutlichkeit klarzustellen: die Nikotinaufnahme durch das Rauchen ist und bleibt gesundheitsschädlich durch die im Tabakrauch enthaltenen schädlichen Substanzen, die zudem die Tabakabhängigkeit fördern ... Nikotin alleine hat ein mit Koffein vergleichbares Abhängigkeitspotential und ist bei weitem nicht das böse Nervengift, als welches es so gerne dargestellt wird