DANK DER VERMIETER

Galeria Karstadt Kaufhof schließt weniger Warenhäuser

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will nach Zugeständnissen der Vermieter sechs Filialen weniger schließen als ursprünglich geplant.
Sechs Kaufhof-Filialen werden doch nicht geschlossen.
Sechs Kaufhof-Filialen werden doch nicht geschlossen. Marijan Murat
Berlin.

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will nach Zugeständnissen der Vermieter sechs Filialen weniger schließen als ursprünglich geplant. Damit stehen noch 56 Warenhäuser vor dem Aus, wie es am Freitag aus Unternehmenskreisen hieß.

Für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg Lorenzkirche, Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen gebe es jetzt wieder eine Zukunftsperspektive, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Miguel Müllenbach am Freitag in einem Mitarbeiterbrief mit. Rund 750 Mitarbeiter behalten dadurch ihren Arbeitsplatz.

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Nur kurze Hoffnung für Neubrandenburg

Anfangs war nicht bekannt, welche der von der Schließung bedrohten Filialen doch erhalten bleiben. Für wenige Minuten währte daher die Hoffnung, dass auch das Geschäft in der Neubrandenburger Innenstadt nicht geschlossen wird. Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt hatte sich am vergangenen Freitag mit der Belegschaft und dem Betriebsrat des von der Schließung bedrohten Kaufhauses Kaufhof getroffen. Der Rathauschef bekräftigte den Willen der Stadt, die Filiale mit ihrer zentralen Lage am Marktplatz für die Kunden und die Bürger erhalten zu wollen.

Doch offensichtlich ist Neubrandenburg nicht dabei. In schwierigen Verhandlungen sei es bei den anderen Filialen gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten, betonte der Manager Müllenbach, der selbst das Verhandlungsteam führte. Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings weiterhin «keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive».

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Tiefer Einschnitt für die Städte

Erst vor zwei Wochen hatte der Handelsriese zum Entsetzen vieler Mitarbeiter und der betroffen Kommunen die Schließung von insgesamt 62 Filialen in 47 Städten angekündigt. Der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz betonte damals: «Dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden.» Wenig später wurde bekannt, dass der Konzern auch 20 von 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports und bis zu 24 Filialen von Karstadt Feinkost schließen will.

In den betroffenen Kommunen lösten die Ankündigungen in vielen Fällen Sorge vor einer Verödung der Innenstädte aus. Der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, sagte: «Die massenhaften Schließungen von Filialen bei Karstadt Kaufhof sind für die betroffenen Städte ein tiefer Einschnitt. Mit diesen Kaufhäusern geht ein Ort der Versorgung und Begegnung verloren.»

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

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