DEMONSTRATIONEN

Corona-Leugner rufen zu Mega-Demo auf

Am Wochenende wollen eine halbe Million Menschen die Corona-Pandemie in Berlin für beendet erklären, wirbt der Veranstalter der Demonstration. Die Hauptstadt stellt sich auf den Besuch von besorgten Bürgern, Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern ein.
Am Wochenende wollen Hunderttausende gegen die Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie, Zwangsimpfungen und Einschrän
Am Wochenende wollen Hunderttausende gegen die Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie, Zwangsimpfungen und Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten auf die Straße gehen. Axel Heimken
Berlin.

Während in anderen Ländern die Corona-Infektionszahlen immer neue Höchststände erklimmen, wollen am Samstag in Berlin Corona-Leugner auf die Straße gehen und das „Ende der Pandemie” erklären. Die Demonstration soll um 15.30 Uhr beginnen und auf der Straße des 17. Juni stattfinden, angemeldet sei sie für 500.000 Teilnehmer, teilte der Initiator der Kundgebung, die Stuttgarter Initiative „Querdenken 711”, mit. „Sollte sich herausstellen, dass diese Zahl nicht ausreicht, könnten weitere Versammlungsorte nachträglich bekanntgegeben werden”, so die Veranstalter.

„Querdenken 711” ist ein Zusammenschluss von Verschwörungstheoretikern jeglicher Coleur, die im Zuge der Corona-Pandemie mittlerweile bundesweit zu sogenannten „Hygiene-Demos” aufrufen. Dabei sprechen sie ein nebulöses Spektrum an, das von besorgten Bürgern über Impfgegner und Corona-Leugner bis hin zu Esoterikern und Rechtsextremen reicht.

Corona-Pandemie soll erlogen worden sein

Einige befürchten, dass Microsoft-Gründer Bill Gates mit Corona-Impfungen die Weltbevölkerung kontrollieren möchte, andere glauben, dass die deutsche Bevölkerung durch Migration ausgetauscht werden soll. Für viele Hygiene-Demo-Teilnehmer ist die Corona-Schutzmaske zum Symbol der Einschränkung bürgerlicher Freiheiten geworden.

Nach eigenen Angaben will die Inititative „Querdenken 711” am Samstag die „sofortige Aufhebung aller Corona-Einschränkungen”, die „Rückkehr zu uneingeschränkten verfassungsrechtlichen Grundrechten der Bürger” und „Neuwahlen in Deutschland im Oktober 2020” fordern. Grund dafür: Corona sei ein „Fake-Virus”, der von „Fake-Wissenschaftlern” erlogen wurde, so Pressesprecher Stephan Bergmann.

Demo offiziell für 10.000 Teilnehmer angemeldet

Ziel der Corona-Maßnahmen sei es, nicht Menschenleben zu retten, sondern den Kommunismus einzuführen. Um dem entgegenzuwirken, habe die Gruppe Fahrten in Reisebussen aus 138 Städten in Deutschland, Österreich und Südtirol organisiert. Laut „Tagesspiegel” rufen auch die NPD, die rechtsextreme Gruppierung „Patriotic Opposition Europe” und das vom Verfassungsschutz beobachtete Magazin „Compact” zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Ob es tatsächlich zu einer solch großen Menschenansammlung kommt, ist allerdings fraglich. In der Vergangenheit mobilisierte die Initiative immer deutlich weniger Personen als zunächst angekündigt. Nach Polizeiangaben ist die Demo offiziell ohnehin nur für 10.000 Teilnehmer angemeldet.

Allerdings fänden am Wochenende noch weitere Veranstaltungen statt, die Polizei sei mit einer Vielzahl von Beamten im Einsatz, die flexibel eingesetzt werden könnten. In der Hauptstadt formieren sich derzeit außerdem bereits zahlreiche Gegendemonstrationen, zu denen unter anderem die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus” aufruft.

 

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