Alles in Bananenkisten

Bande schmuggelte 1,8 Tonnen Kokain nach Deutschland

Das war wahrscheinlich der größte Drogendeal in der Geschichte Deutschlands: Fünf Männer sollen tonnenweise Kokain in Bananenkisten geschmuggelt haben. Jetzt begann der Prozess.
dpa
Mehr als 1700 Kilo Kokain wurden in Bananenkisten nach Deutschland gebracht (Symbolfoto).
Mehr als 1700 Kilo Kokain wurden in Bananenkisten nach Deutschland gebracht (Symbolfoto). Daniel Naupold
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Landshut.

Fünf Männer müssen sich in Bayern vor Gericht verantworten, weil sie knapp 1800 Kilogramm Kokain über den Hamburger Hafen in Bananenkisten nach Deutschland geschmuggelt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft legte den Männern am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Landshut zur Last, das aus Ecuador stammende Rauschgift zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2018 über die Hansestadt nach Deutschland gebracht zu haben, um es in den Niederlanden zu verkaufen. Der Schwarzmarktwert des Kokains wird auf 400 Millionen Euro geschätzt, wie es in einem „Bild”-Bericht heißt.

Die Angeklagten aus Albanien schwiegen zu den Vorwürfen. Nach Überzeugung der Anklagebehörde versteckten sie das Kokain in Bananenkisten, die von Speditionen auf dem regulären Lieferweg an verschiedene Standorte einer Reiferei unter anderem in Hessen, Bayern und im Ruhrgebiet gebracht wurden. Mitglieder der Bande brachen demnach dann in die Reifelager ein, um an die Drogen zu kommen – was ihnen nicht in allen Fällen gelang. In einem Fall beispielsweise waren die Kisten schon in Supermarktfilialen weiter transportiert worden, wo das Kokain sichergestellt wurde.

Im März und April 2018 wurden die nun angeklagten fünf Männer der Bande festgenommen. Sie befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Es sind zunächst zwölf weitere Prozesstage angesetzt.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde Anfang April ebenfalls ein riesiger Kokain-Schmuggel aufgedeckt. In Aldi-Bananenkisten wurde eine halbe Tonne der Droge geschmuggelt. In Berlin wurden 2015 große Mengen Kokain auf diese Weise geschmuggelt.