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Wer hat das Zeug zum Dschungelkönig?

Am 16. Januar beziehen mehr oder vor allem weniger bekannte Fernsehnasen die Pritschen im australischen Dschungel. Das sind die elf Kandidaten, die bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ Kakerlaken knabbern, sich von Straußen wund hacken lassen und durch Ekelschleim kriechen.
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Dschungelcamp
Sie werden uns 16 Tage lang auf die Nerven gehen und mit amüsanten, abstrusen, abstoßenden Geschichten beglücken: Tanja Schumann, Marco Angelini, Gabby de Almeida Rinne, Winfried Glatzeder, Jochen Bendel, Corinna Drews (oben, v.l.) sowie Michael Wendler, Mola Adebisi, Melanie Müller, Julian F.M. Stoeckel und Larissa Marolt (unten, v.l.). RTL/Stefan Gregorowius

Ist schon klar: Von diesem Freitag an diskutiert fast die komplette Nation wieder mit, aber am Ende will‘s keiner gewesen sein, der den Stars, Sternchen, Vielleichteinmals, Längst-Gewesenen und Noch-nie-wirklich-Bekannten zuschaut. Also ist‘s ein Rechenfehler – oder was läuft da schief? Denn unabhängigen Berechnungen zufolge, schaltete im vergangenen Jahr nahezu jeder Zweite der für RTL werbewichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ ein.

Es muss sich doch wirklich keiner schämen, wenn er die kommenden 16 Tage jeden Abend im Kalender geblockt hat, das Handy auf lautlos stellt und keiner stören soll. Er oder sie darf nur nicht den einen fatalen Fehler begehen. Nämlich das Ganze zu ernst nehmen. Die elfköpfige Gurkentruppe, die schon am Anfang dieser Woche in den australischen Dschungel startete, hat es verdient, dass man auf der heimischen Couch ebenso kräftig verbales Gift verspritzt wie die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwig.

Damit das Lästern doppelt so viel Spaß bereitet und dass der Zuschauer überhaupt einen Durchblick bei all den C-, D-, E- und F-Promis behält, hier die Übersicht der Kandidaten:

Mola Adebisi (40)
Der sportliche Ex-Viva-Moderator, der sich für seine eigene Unterwäsche-Kollektion schon einmal bis auf den Slip auszog, darf sich im Dschungel und beim Ekeln im Fluss ganz legal nackt zeigen. Viele weibliche Fans dürften dahinschmelzen, wenn er seinen Körper präsentiert. Denn: „Ich mache Sport, weil ich glaube, dass es eine Strapaze wird und da sollte man gucken, dass man körperlich topfit ist.“
Dschungelfaktor: drei Sterne

Marco Angelini (29)
Noch nie gehört? Macht nix. Man kennt ihn aus – ähm – schnell mal im Archiv kramen – ach so – ja – aus einer der RTL-eigenen Promi-Aufzuchtformate namens „Deutschland sucht den Superstar“. Der Sänger aus der Alpenrepublik sticht durch kaum etwas hervor. Diese Langeweile könnte ihn fix aus der achten Staffel der Show katapultieren.
Dschungelfaktor: ein Stern

Gabby de Almeida Rinne (24)
Noch so ‘ne Figur, die durch den Dschungel ihre Bekanntheit steigern möchte. Bisher sang sie bei der Mädchenkapelle „Queensberry“, jetzt zieht sie im „Playboy“ blank. Mindestens eine scheint das ja vor dem Einzug ins Ekelcamp machen zu wollen oder müssen. Sie hat‘s getan und ist was fürs (männliche) Auge.
Dschungefaktor: vier Sterne

Jochen Bendel (41)
Vorsicht vor dem ehemaligen „Ruck zuck“-Moderator. Der kann lästern. Das dürfte ihm Minuspunkte im Camp bringen, aber ordentlich Sympathie beim Publikum. Und nur darum geht‘s. Der Zuschauer entscheidet, wer fliegt und wer bleibt. Je mehr die Kandidaten zischen, desto besser.
Dschungelfaktor: fünf Sterne

Corinna Drews (51)
Die Schauspielerin und Ex-Frau von Jürgen Drews sollte aus dem Nähkästchen des Königs von Mallorca plaudern. Das kommt gut an und ist die halbe Miete. Dazu hat sie sexy Kurven, die sie dann und wann schon in einschlägigen Magazinen zeigte. Ohlàlà, da erwartet den Zuschauer was.
Dschungelfaktor: vier Sterne

Winfried Glatzeder (68)
Der Schauspieler und ehemalige „Tatort“-Kommissar ist der Camp-Opi. Womöglich kennen ihn die RTL-Zuschauer gar nicht.
Dschungelfaktor: zwei Sterne

Larissa Marolt (21)
Entschuldigung, aber man muss nicht jeden kennen. Vor allem nicht, wenn die TV-Nase aus einer Castingshow stammt und auch die schon fünf Jahre zurückliegt. Die Österreicherin spielte 2009 bei „Germany‘s Next Topmodell“ mit.
Dschungelfaktor: drei Sterne

Melanie Müller (25)
Langsam nehmen die Unbekannten, die vermutlich erst durch „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ überhaupt erst zur Bekanntheit werden, wirklich überhand. Vermutlich will die Bachelor-Kandidatin deshalb mit Haut überzeugen: „Natürlich gehe ich ungern im Bikini baden, es ist ja schließlich sehr heiß im Dschungel“, ist die wahrlich heißßßßßßße Devise des platinblonden Marilyn-Monroe-Verschnitts.
Dschungelfaktor: vier Sterne

Tanja Schumann (51)
Sie könnte einem fast schon leid tun. Gestern Comedy-Star von „Samstag Nacht“, heute den Kakerlaken zum Fraß vorgeworfen. Die Komikerin ist, obwohl sie in den Dschungel zieht, klug, witzig und hat stets einen kessen Spruch auf den Lippen. Das könnte sie bis ins Finale tragen.
Dschungelfaktor: fünf Sterne

Julian F. M. Stöckel (26)
Der Berliner Mode-Designer, Typ: Trümmertunte, ist schrill und aufgesetzt, was ihn schnell ins Aus befördern könnte. Oder aber den Zuschauern gefällt‘s grade deswegen.
Dschungelfaktor: drei Sterne

Michael Wendler (41)
Man mag ihn oder hasst ihn, wobei Letzteres in den vergangenen Monaten durch seine selbstgefällige, arrogante, schnöselige Art zunahm. Diesen Ruf zu widerlegen oder sogar ins Gegenteil zu kehren, gelingt ihm wohl kaum. Das Publikum wird ihn genüsslich in jede Dschungelprüfung schicken. Der gemeine RTL-Zuschauer will ihn so richtig leiden sehen. Allein deshalb sollte er bis zum Schluss drin bleiben.
Dschungelfaktor: vier Sterne

Dschungelfaktor:
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