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Ganze Herde unterwegs

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Wieder Schafe an der A20

Wie dieses vom Nordkurier-Reporter knapp südlich vom Heydenholz geschossene Bild zeigt, tragen zumindest die Alttiere Ohrmarken. 
Wie dieses vom Nordkurier-Reporter knapp südlich vom Heydenholz geschossene Bild zeigt, tragen zumindest die Alttiere Ohrmarken.
Stefan Hoeft

Schon wieder machen ausgebüxte Schafe die A20 unsicher: Nachdem das Autobahnschaf „Heidrun“ bei Völschow eingefangen worden war, kreuzte jetzt an fast derselben Stelle eine gleich neunköpfige Herde auf.

Droht südlich von Jarmen das nächste Katz- und Maus-Spiel zwischen Mensch und Schaf? Seit dem Wochenende ist an mehreren Stellen zwischen der A20 und der B110 eine Gruppe Schafe gesichtet worden. Dem Nordkurier beispielsweise lief sie bei Völschow vor die Kameralinse, nachdem sie kurz zuvor offenbar ihren Rastplatz auf dem Feld neben der Autobahn verlassen und die L 35 überquert hatte – also genau jenen Landstreifen, auf dem sich schon im vorherigen Herbst ein ausgebüxtes Kamerunschaf am liebsten aufhielt.

Über Monate war das durch die Gegend gestromert und allen Einfangversuchen entkommen, sodass aus Verkehrssicherheitsgründen sogar eine behördliche Abschussgenehmigung vorlag. Zum Jahreswechsel allerdings gelang es einem von der Gemeinde Völschow und ihrer Feuerwehr aufgestellten SEK (Schaf-Einfang-Kommando), den Blöker doch noch dingfest zu machen. Anschließend kam die „Heidrun“ getaufte Zibbe bei einem örtlichen Züchter von Schwarzkopfschafen unter und hat sich in dessen Herde nicht nur prächtig eingelebt, sondern obendrein ein Junges bekommen.

Woher kommen die Tiere?

Bei den jetzigen Freigängern handelt es sich um eine deutlich größere Rasse mit längerem Fell, vermutlich um Heidschnucken. Und der Reporter zählte mindestens sechs Alt- und drei Jungtiere.

Schon am Freitagabend wurden die Schafe von mehreren Passanten an der Kreisstraße von Kartlow nach Kruckow entdeckt. Einer anderen Frau begegneten die höchstwahrscheinlich selben Artgenossen am Samstagnachmittag bei einer Radtour auf dem Landweg von Völschow nach Plötz.

Über die Herkunft der Vierbeiner herrscht Unklarheit. Völschows Bürgermeister Thomas Breitsprecher weiß zwar, dass von den Weidetieren einer Photovoltaik-Anlage bei Müssentin welche verschwunden sein sollen, aber ob da ein Zusammenhang besteht, wirkt bisher ziemlich unklar.