A20-Karambolage
Unfallfahrzeug transportierte illegal Dieselfass

So darf das nicht aussehen: Das Fass mit 200 Litern Diesel lag einfach im Kofferraum.
So darf das nicht aussehen: Das Fass mit 200 Litern Diesel lag einfach im Kofferraum.
Stefan Hoeft

Das wird Ärger geben: Eines der zehn Fahrzeuge, die am Morgen in den großen Unfall auf der A20 verwickelt waren, hatte ein Fass mit 200 Litern Diesel im Kofferraum.

Für einen der Fahrzeugführer, der an der Massenkarambolage am Donnerstag auf der A20 bei Jarmen beteiligt waren, könnte die Sache noch einen Ärger nach sich ziehen, der weder mit der Schuldfrage noch den eigentlichen Folgen des Unfalls zu tun hat. Denn sein Kastenwagen, der nach dem Crash demoliert und entgegen der Fahrtrichtung an der seitlichen Schutzplanke zum Stehen kam, entpuppte sich als eine Art rollende Zeitbombe.

Allerdings nur entdeckt, weil unterhalb der Hecktür so große Mengen Betriebsstoffe herausliefen, dass sie nichts mit dem Gefährt selbst zu tun haben dürften. Sie flossen in einer breiten Lache quer über die ganze Autobahn hin zum Mittelstreifen, wo das Zeug sich sammelte und in die Regenwasserkanalisation zu verschwinden drohte.

Polizei löste Gefahrgut-Alarm aus

Als die Polizei daraufhin die Öffnung des Laderaums verlangte, fand sie dort ein 200-Liter-Fass Diesel, das bei dem Aufprall beschädigt worden war. Und die Beamten stellten fest, dass der Behälter weder ordnungsgemäß gesichert im Fahrzeug lag beziehungsweise stand, noch ein entsprechender Warnhinweis auf die Fracht an der Karosse hing. Während Mitarbeiter der Autobahnmeisterei die Einläufe an beiden Seiten dicht machen, um ein Eindringen der Schadstoffe zu verhindern, löste die Polizei Gefahrgut-Alarm aus.

In der Folge rückten auch 15 Männer und Frauen der Feuerwehr Jarmen und ihrer Plötzer Löschgruppe aus, zudem vier Kollegen aus Gützkow und einer der für solche Fälle in Greifswald stationierten Gerätewagen-Gefahrgut des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Spezialisten aus der Universitätsstadt topften den Blechbehälter sozusagen in einen größeren von ihrem Wagen um, die örtlichen Brandbekämpfer übernahmen das Abbinden Lache und ein Abschleppunternehmen aus Stralsund mit seiner Spezialtechnik die spätere Reinigung der Fahrbahn.