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Tätowierer bringt Körperkunst nach Anklam

Kunst oder nicht – Tattoos spalten die Meinungen. Ein gebürtiger Anklamer will trotzdem Motive per Tinte unter die Haut der Hansestädter bringen.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Der gebürtige Anklamer Marcel Voß will zurück in seiner Heimatstadt Farbe unter die Haut bringen. Fotos (2): K
Der gebürtige Anklamer Marcel Voß will zurück in seiner Heimatstadt Farbe unter die Haut bringen.
Maschinen und Farben liegen bereits bereit.
Maschinen und Farben liegen bereits bereit. Karsten Riemer
Anklam.

Ein großer, schwerer Holztisch fällt in dem dunkel gestrichenen Raum als Erstes ins Auge. Daneben hängt ein schmales Regal an der Wand. Bücher mit Motiven des Schweizer Künstlers HR Giger stehen ordentlich nebeneinander gereiht. Die Bilder wirken düster und surrealistisch, doch zeitgleich sind sie auch Inspiration für den Inhaber des Tattoostudios „Dolor“ in Anklam. Das steht im Lateinischen für "Schmerz".

Nach 20 Jahren ist der gebürtige Anklamer Marcel Voß wieder in seine Heimatstadt zurückgekehrt, um mit seiner Kunst die Haut der Hansestädter zu verschönern. Die Menschen, die Heimat und die gute Ostseeluft haben ihn zu diesem Schritt bewogen. „Und ich habe meine Familie hier, für die möchte ich auch ein bisschen da sein“, sagt er.

Baute Kundenstamm zunächst als mobiler Tätowierer auf

Erste Schritte in der Kunst des Tätowierens hat der heute 39-Jährige in Gifhorn gesammelt. „Die letzten Jahre war ich dann in München“, sagt er. Doch schon vor zwei Jahren zog es ihn regelmäßig zurück nach Anklam. „Ich war dann immer alle 14 Tage hier“, so Voß. Nach und nach baute er sich einen Kundenstamm in der Hansestadt auf, brachte Farbe auf die Haut von Freunden und Bekannten. „Sozusagen als mobiler Tätowierer.“

Dabei fokussiert er sich vor allem auf Arbeiten im sogenannten „Black and Grey“-Bereich. Das sind Tattoos, die ausschließlich mit schwarzer Tinte gestochen werden. „Biomechanik ist darunter und viele düstere und surrealistische Sachen“, so der Rückkehrer. Je nach Motiv würden aber natürlich auch andere Farben zum Einsatz kommen. „Ich will aber schon versuchen, mich abzusetzen und meinen eigenen Stil zu zeigen“, sagt er.

Arbeitet lieber mit Texten als mit Bildern als Vorlage

Grundlage dafür ist jedoch nicht nur die ruhige Hand an der Tätowiermaschine. Auch in der Vorbereitung steckt mehr Arbeit und Können als es auf den ersten Blick den Anschein macht. „Ich zeichne alles selbst“, so Voß. Zwar haben Vorlagen wie die aus den Büchern im Regal einen gewissen Einfluss. Einfach kopieren kommt für ihn jedoch nicht infrage. Daher freut er sich auch immer, wenn Kunden nicht mit einem fertigen Bild zu ihm kommen. „Am liebsten arbeite ich mit Texten, die mir als Inspiration dienen“, erklärt er.

Dienstag bis Freitag jeweils von 11 Uhr bis 18 Uhr sind die Türen für Tätowierwillige geöffnet. Samstags zusätzlich nach Terminvereinbarung. Und bereits jetzt sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Lange Wartezeiten sind trotzdem nicht zu befürchten. „Gute zwei Wochen muss man für einen Termin rechnen“, schätzt Voß. Wer sich vorab einen Überblick über die Kunstwerke des 39-jährigen Anklamers verschaffen will, kann dies direkt im Laden in der Pasewalker Straße 3 machen. Aber auch im Internet sind die Werke beispielsweise bei Instagram oder Facebook unter „DOLOR Tattoo“ zu finden.

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