Politisch motiviert?
Schon wieder Anschlag auf Demokratiebahnhof

Erneut eine Sachbeschädigung am Demokratiebahnhof. Ob ein politischer Hintergrund besteht, ist unklar.
Erneut eine Sachbeschädigung am Demokratiebahnhof. Ob ein politischer Hintergrund besteht, ist unklar.
Tilo Wallrodt

Schon wieder war der Anklamer Demokratiebahnhof das Opfer von Randalierern. Als die Polizei eintraf, versuchten die Täter zu flüchten.

Nach einer erneuten Sachbeschädigung am Anklamer Jugendzentrum Demokratiebahnhof ermittelt die Polizei. Die Beamten erhielten in der Nacht zum Montag den Hinweis, dass mehrere Personen Fensterscheiben am Bahnhof beschädigen würden. Die Täter flüchteten, als die Polizei eintraf. Kurz darauf konnten Verdächtige im Bereich der Burgstraße gestellt werden.

Die vier Tatverdächtigen im Alter von 16, 18, 19 und 20 Jahren seien belehrt worden, hätten sich jedoch nicht zu der Sachbeschädigung geäußert. Nun sollen sie zu ihren Motiven befragt werden. „Noch ist unklar, ob sie politisch motiviert waren“, so eine Polizeisprecherin. Dass die Polizei erst am Dienstag über den Vorfall informierte, begründete sie mit den Ermittlungen.

Bürgermeister erfährt vom Nordkurier über Vorfall

Die Mitarbeiter des Demokratiebahnhofs hatten noch keine weiteren Informationen zu dem Vorfall erhalten und berichteten, dass es keine erkennbaren Schäden am Gebäude gäbe. Nach ihrer Kenntnis wurde nur die Wohnungsgesellschaft GWA als Vermieter über die Beschädigung am Bahnhof informiert.

Der entstandene Sachschaden wird auf rund 500 Euro geschätzt. Die zwei eingeschlagenen Scheiben befinden sich laut Polizei im Obergeschoss. Wie groß die Beschädigung ist, sei aber noch nicht eindeutig.

Anklams Bürgermeister Michael Galander, der derzeit nicht in der Stadt ist, erfuhr vom Nordkurier von dem erneuten Vorfall – bereits im Juni 2017 hatte es einen Anschlag auf das Gebäude gegeben. Die Täter waren zwei Minderjährige aus dem Umfeld der rechten Szene. Galander betonte, dass der Demokratiebahnhof viel Zustimmung und Unterstützung in Anklam erhalte, und ist sicher, dass es mit dem Jugendzentrum wie bisher weitergeht: „Wer einen Brandanschlag überstanden hat, schafft auch das.“

Die Polizei sucht nun mögliche Zeugen für den Vorfall. Hinweise sind unter der Telefonnummer 0395 55822224 möglich.