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Falscher Verdacht

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Netz-Panik wegen eines Exhibitionisten auf Usedom

Gut gemeint, aber wenig hilfreich: Die Polizei warnt vor dem Verbreiten von Verdächtigungen im Netz.
Gut gemeint, aber wenig hilfreich: Die Polizei warnt vor dem Verbreiten von Verdächtigungen im Netz.
Nordkurier-Archiv

Auf Usedom soll ein Mann auffälligen Umgang mit Kindern pflegen. Im Internet wird jetzt gewarnt – dabei kursieren allerdings auch falsche Fotos.

Schon seit einigen Tagen wird auf verschiedenen Internetseiten und in Chat-Gruppen vor einem Exhibitionisten in der Region gewarnt. Doch die Angaben zu Orten, Alter, Fahrzeugen und anderen Umständen variieren massiv. Teilweise werden Fotos verbreitet – von ganz unterschiedlichen Personen. Polizeisprecher Axel Falkenberg warnte nun explizit vor einer Panikmache im Netz.

Verdächtiger unter Beobachtung

Er räumt allerdings auch ein: Tatsächlich sei auf der Insel Usedom derzeit ein junger Mann unterwegs, der sich auffällig verhalte. Der Mann sei als Exhibitionist aktenkundig und stehe unter Bewährungsauflagen. „Er hält sich seit einiger Zeit immer wieder in der Nähe von Orten auf, an denen Kinder unterwegs sind“, erläutert Falkenberg. Bereits in der vergangenen Woche habe man eine sogenannte Gefährderansprache bei dem 28-Jährigen vorgenommen und einen Platzverweis erteilt. „Der Mann weiß, dass er unter extremem Kontrolldruck steht und hat sich kooperativ gezeigt. Wir haben die Lage im Auge“, versichert Falkenberg.

Die Verbreitung von Gerüchten und Fotos in den sozialen Netzwerken sei allerdings nicht hilfreich und unter Umständen gar strafbar. „Ich kann verstehen, dass die Menschen sich Sorgen machen, aber dieses Verhalten ist sehr gefährlich. Da werden zurzeit auch Leute verdächtigt, die mit der Sache überhaupt nichts zu tun haben“, sagt der Polizeisprecher. Dabei würden auch Persönlichkeitsrechte verletzt.