Tiere aus Rumänien?

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Jäger vermuten Kofferraum-Wölfe in Vorpommern

In einem Jagdrevier zwischen Anklam und Usedom wurde am 13. August dieser Wolf noch knapp mithilfe einer Wildkamera fotografiert. Die Ähnlichkeit zum toten Tier des Verkehrsunfalls am vergangenen Samstag ist groß.  
In einem Jagdrevier zwischen Anklam und Usedom wurde am 13. August dieser Wolf noch knapp mithilfe einer Wildkamera fotografiert. Die Ähnlichkeit zum toten Tier des Verkehrsunfalls am vergangenen Samstag ist groß.
ZVG

Nachdem ein Wolf kurz vor Usedom überfahren wurde, sind neue Hinweise auf Wölfe nördlich der Peene aufgetaucht. Die Tiere sollen hier ausgesetzt worden sein. Das Forstamt hält diese Theorie von einigen Jägern aber für ein weit hergeholtes Märchen.

Dass es auch in Vorpommern Wölfe gibt, ist bekannt. Nach Angaben der DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, gibt es in der Ueckermünder Heide und im Löcknitzer Raum Rudel. Nördlich der Peene weist die Karte jedoch einen riesigen weißen Fleck auf. Auch Beweise, dass sich dort Wölfe aufhalten, gab es kaum – bis zum vergangenen Samstag, als es zwischen Pinnow bei Anklam und der Zecheriner Brücke einen Wildunfall mit einem Wolf gab. Die Wölfin kam dabei ums Leben.

Erst am Montag wurde ein Wolfsriss in der Müritzregion gemeldet, bei dem elf Schafe starben. Am Sonntag wurde bekannt, dass ein Wolf zahlreiche Schafe bei Rostock gerissen hatte

Die Brüder hatten schon vor dem Unfall Hinweise

Die Brüder Paul und Gerold Reilmann aus Meiersberg gehörten zu den Wenigen, die schon vor dem Unfall vor der Insel Usedom Hinweise darauf hatten, dass nicht nur im Südkreis Wölfe existieren, sondern auch zwischen Anklam und der Insel Usedom. „Auf unseren Wildkameras im Revier bei Lassan hatten wir seit dem Sommer mehrere Aufnahmen mit einem Wolf“, sagt Paul Reilmann, der wie sein Bruder Gerold Jäger ist.

Ein Wolf, der sich zwischen Anklam und Usedom herumtrieb, ist tot. Doch die Reilmanns gehen davon aus, dass es dort einen zweiten Wolf gibt. „Bei diesen Aufnahmen sehen die Wölfe ein wenig unterschiedlich aus“, betont Paul Reilmann.

Märchen vom Kofferraum-Wolf

Die Wildkameras der Reilmanns beweisen nicht nur, dass zumindest ein Wolf tatsächlich im Anklamer Raum existierte. Sie zeigen auch, dass das Raubtier am helllichten Tag aktiv war, was eher ungewöhnlich ist. Die Reilmann-Brüder glauben, dass nachgeholfen wurde: „In der Jägerschaft wird vermutet, dass die Wölfe nicht natürlich zugewandert sind, sondern manipuliert wurden. Es kann sein, dass Tierschützer die Wölfe in Rumänien gezüchtet haben und dann in Deutschland ausgesetzt haben“, sagt Paul Reilmann.

Für Sven Kowalzik vom Forstamt Jägerhof, das für den Bereich zwischen Anklam und Usedom zuständig ist, ist das aber nicht mehr als Spekulation. „Diese Vermutung ist sehr weit hergeholt. Märchen vom Kofferraum-Wolf gibt es ja, seitdem der Wolf wieder zurück in Deutschland ist.“ Laut Genproben des Senckenberg-Instituts stammen die in Deutschland anzutreffenden Wölfe auch nicht aus fernen Ländern, sondern aus benachbarten Populationen - etwa aus Polen.

Ob es ein absichtlich ausgesetzter oder ein selbstständig zugewanderter Wolf war, der in die Fotofalle tappte, lässt sich so schnell aber wohl nicht beantworten. Schon eher wird es eine Antwort auf die Frage geben, ob wie in der Ueckermünder Heide oder im Löcknitzer Raum gleich mehrere Wölfe zwischen Anklam und Usedom leben. „Ich denke, das können wir früher oder später mithilfe der Wildkamera beantworten“, so Paul Reilmann.