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Exhibitionisten-Panik: Unschuldiger wird bedroht

Weil ein 32-Jähriger häufiger vor einem Bahnhof parkt, wird er im Netz als Kinderschänder denunziert und bedroht. Nun hat er Anzeige erstattet.
Weil ein 32-Jähriger häufiger vor einem Bahnhof parkt, wird er im Netz als Kinderschänder denunziert und bedroht. Nun hat er Anzeige erstattet.

Jetzt ist passiert, wovor die Polizei erst am Dienstag eindringlich gewarnt hatte. Die Panik vor einem mutmaßlichen Exhibitionisten auf der Insel Usedom hat einen unschuldigen Mann getroffen.

Die Netz-Panik geht weiter. Weil ein Mann auf Usedom sich auffällig verhalten hat, wird auf verschiedenen Internetseiten derzeit massiv vor einem Exhibitionisten gewarnt. Dabei werden Personenbeschreibungen und Handlungsorte immer wieder durcheinandergebracht oder verfälscht. Nun wurde ein 32-Jähriger Opfer der Hysterie. Wie die Polizeiinspektion Anklam am Mittwoch mitteilte, hat der Mann deswegen Anzeige erstattet – unter anderem wegen Bedrohung und übler Nachrede.

Fatale Konsequenzen für unbescholtenen Bürger

Der Mann und sein Wagen wurden fotografiert und mit entsprechenden Warnhinweisen vor einem „Exhibitionisten und Kinderschänder” im Netz verbreitet. „Jetzt meinen einige Personen, Selbstjustiz üben und den Mann bedrohen zu müssen. Offenbar fanden es die Leute auffällig, dass er sich regelmäßig an einem Bahnhof aufhält. Dafür gibt es aber nachvollziehbare Gründe”, erläutert Polizei-Sprecher Axel Falkenberg. Die Folgen der falschen Verdächtigungen seien für den Mann und sein persönliches Umfeld fatal. „Gegen ihn wird in keiner Weise ermittlelt”, so Falkenberg.

Im Fokus der Polizei steht dagegen ein 28-Jähriger auf Usedom. Der habe früher exhibitionistische Handlungen in Wolgast begangen, wegen derer er auch verurteilt wurde. „Diese Person weiß um den Kontrolldruck der Polizei und sie zeigt sich kooperativ. Zu Straftaten gegenüber Kindern ist es zudem nicht gekommen”, erläutert der Polizeisprecher. Die Ermittler wollen nun prüfen, inwieweit strafrechtliche Konsequenzen für die Personen drohen, die Fotos und falsche Verdächtigungen im Internet verbreitet haben.