CORONA-KRISE LÄSST PREISE STEIGEN

Anklamer ärgert sich über Großhändler

Die Corona-Krise trifft viele Unternehmen schwer. Gerade kleine Firmen leiden unter den Maßnahmen und Umsatzeinbußen. Dazu kommen in dieser Situation anscheinend auch noch Händler, die ihren Gewinn in der Not erhöhen wollen. Das ärgert nicht nur Handwerker Andreas Brüsch.
Sandro Mauritz und Andreas Brüsch achten bei jedem Kundenkontakt auf Hygienevorschriften. Unsauber finden sie hingegen da
Sandro Mauritz und Andreas Brüsch achten bei jedem Kundenkontakt auf Hygienevorschriften. Unsauber finden sie hingegen das Verhalten eines Großhändlers, der die Lieferpreise für Desinfektionsmittel in Zeiten der Krise anhebt . Anne-Marie Maaß
Anklam.

Desinfektionsmittel ist aus dem Betriebsalltag für viele Unternehmen derzeit nicht mehr wegzudenken – ob für Handwerker, die Aufträge zu Hause bei Kunden ausführen, oder auch nach Abholungen an der sonst geschlossenen Ladentür. Schutz für seine Mitarbeiter und Kunden hat für Andreas Brüsch oberste Priorität. Außerdem gehört Desinfektionsmittel bei seinem Reinigungsdienst sowieso als Arbeitsmittel dazu.

Umso mehr ärgert ihn, dass aus diesem Bedarf nun anscheinend einige Händler das große Geschäft wittern. Als bodenlose Frechheit empfindet er das Schreiben eines Großhändlers, der seine Kunden und somit auch ihn darauf hinweist, dass bislang abgesprochene Lieferkonditionen nicht mehr gelten, sondern für die Bestellung von Desinfektionsmittel und Schutzkleidung nun die aktuellen Tagespreise abzufragen seien.

Einige Großunternehmen helfen aber auch

Auch sein Bruder als Chef eines Gebäudereinigungsunternehmens kann über solche Ansagen nur den Kopf schütteln. „Das ist Bereicherung an der Not von anderen“, urteilt er. Bislang seien ihm solche Geschäftspraktiken noch nicht untergekommen. Dass aber gerade Zwischenhändler die Preise derzeit mächtig anziehen, kann auch er bestätigen. Die Nachfrage bei den direkten Herstellern habe für ihn bislang immer ergeben, dass sich immense Preissteigerungen nicht aus der Fertigung des Produkts ergeben.

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„Dass etwa Desinfektionsmittel aktuell teurer werden, weil in der Herstellung nun im Mehrschichtsystem und an den Sonn- und Feiertagen gearbeitet wird, ist ja verständlich – aber eben nur in einem angemessenen Maßstab“, sagt Andreas Brüsch.

Er erlebt aber gleichzeitig auch, dass Großunternehmen kleineren Betrieben helfen – wie etwa die Firma Abus, die Sicherheitstechnik herstellt. Diese habe bereits vor der Krise angekündigte Preisanpassungen nun zunächst auf das kommende Jahr verschoben und setzt zudem auch Lieferpauschalen bis Ende April aus. Zusammenhalt in der Krise funktioniere eben auch so. Ein Vorbild, das sich Andreas Brüsch auch von anderen Unternehmen wünschen würde.

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Kommentare (1)

wenn man mal bedenkt, dass 1 Liter Ethanol ca 6€ kostet und die Apotheken dann daraus Desinfektionsmittel in 100ml Flaschen für 8€ verkaufen dann ist das nicht nur ärgerlich.