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Verkauf wird favorisiert

Als Denkmal ist nicht nur die Wassermühle eine Attraktion. Sehenswert ist ebenso der große Garten. Foto: S. Pagenkopf
Als Denkmal ist nicht nur die Wassermühle eine Attraktion. Sehenswert ist ebenso der große Garten. Foto: S. Pagenkopf
Simone Pagenkopf

Auf Eis liegt der Verkauf der Wassermühle Ziddorf den ganzen Sommer über. Die Preisvorstellungen von Gemeinde und Käufer klaffen weit auseinander, Verhandlungen blieben aus. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Nun soll es doch noch Gespräche mit dem Verein Wassermühle Ziddorf über den Erwerb der Mühle geben. Das beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, wie Bürgermeister Gerald Klick auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Nach einer ausführlichen Debatte habe sich die Gemeinde entschieden, noch im Oktober das Gespräch mit dem gesamten Vereinsvorstand zu suchen. Klick bekräftigte erneut, dass ein Verkauf der Mühle an den Verein aus Sicht der Gemeinde die Vorzugsoption sei. Das entspricht im Wesentlichen dem Sachstand vom Frühjahr.

Damals hatte der Verein ein Gebot abgegeben, das einen Kaufpreis von etwa 40000 Euro beinhaltete. Die Forderung der Gemeinde belief sich auf 80000 Euro. Das sei nicht verhandelbar, hatte man dem Verein gegenüber bekundet. Somit kam es zu keinen weiteren Gesprächen, die Angelegenheit lag den ganzen Sommer über auf Eis. Den Anstoß dafür, dass nun doch noch einmal Bewegung in den Verkauf kommt, dürfte das vorliegende Wertgutachten der Immobilie gegeben haben. Dieses veranschlagt den Wert der Wassermühle - nicht zuletzt wegen eines erheblichen Reparaturbedarfes - mit nur 30000 Euro. Einsicht in das Gutachten hatte sich der Verein unter Intervention beim Landesdatenschutzbeauftragten erstreiten müssen (der Nordkurier berichtete). Bürgermeister Klick geht davon aus, dass man kurzfristig zu einem Ergebnis über das weitere Schicksal der Mühle kommt.

Das sei schon deshalb vonnöten, da im Januar 2014 der Pachtvertrag über die Mühle ausläuft. Inwieweit die Gemeinde dem Verein entgegenkommen kann - zwischen 30000 und 80000 Euro liegt auf den ersten Blick ja ein nicht unbedeutender Spielraum - darüber hüllt sich das Gemeindeoberhaupt in Schweigen. „Dazu werde ich jetzt in der Öffentlichkeit nichts sagen. Das ist Sache des Gespräches.“ Was aber, wenn beide Parteien, aus welchen Gründen auch immer, nicht handelseinig werden? Auch darüber hat der Gemeinderat befunden. „In diesem Fall werden wir die Mühle über ein örtliches Kreditinstitut zum Verkauf ausschreiben. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst“, informiert Klick. Dann täte sich allerdings ein weiteres Problem auf, nämlich das Schicksal des an der Mühle angesiedelten Projektes „Bienenweide“.

Vor Jahresfrist hatte die Gemeinde gegenüber dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt, das Fördermittel für das Umweltprojekt zur Verfügung stellt, noch bekundet, dass der Pachtvertrag gegebenenfalls zu verlängern wäre, um die Nachhaltigkeit der Maßnahme zu sichern. Mit dem Projektbetreuer werde man Anfang November sprechen, stellt Klick in Aussicht. „Erst brauchen wir Klarheit über die Immobilie, dann werden die weiteren Fragen geklärt.“