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"Keine Sau braucht die Kirche"

Auf dieser Installation in Templin wird es in den nächsten Tagen wechselnde Sprüche geben, die bewusst zum Streit anregen sollen.
Auf dieser Installation in Templin wird es in den nächsten Tagen wechselnde Sprüche geben, die bewusst zum Streit anregen sollen.
Heiko Schulze

Mitglieder der Jungen Gemeinde installierten vor der Maria-Magdalenen-Kirche eine Installation mit provozierender Aussage. Dabei bleibt es nicht.

„Keine Sau braucht Kirche” sprayten Mitglieder der Jungen Gemeinde auf eine großflächige Tafel – unübersehbar vor der St. Maria-Magdalenen-Kirche. Bei dieser Aktion zu Auftakt der Ökumenischen Friedensdekade, die sich mit dem Thema „Streit” auseinandersetzen will, wird es nicht bleiben. Zwischen 12. und 22. November werden die jungen Leute mit weiteren Sprüchen Passanten zum Streit herausfordern. „Wie viel lassen Sie sich gefallen?”, wollen sie dazu herausfordern, rassistisches, sexistisches, antireligiöses und homophobes Gedankengut, platziert an öffentlichen Straßen, nicht einfach hinzunehmen.

Konzert am 18. November

„Streit ist nichts Negatives”, betont Kreisjugendwart Lutz Böning.So nennen die Jugendlichen ihre Installation auch Friedensskulptur. Am Sonntag 11 Uhr wird die Friedensdekade in der Kirche mit einem Jugendgottesdienst und einer Fotoausstellung eröffnet, am 18. November wird ab 18.30 Uhr dort zum Konzert „Rocking On Heavens Door” eingeladen.

Kommentare (1)

Zunächst habe ich nur geschmunzelt, als ich diese Losung las. Da hat die Junge Gemeinde ausgerechnet die Losung gecovert, mit der die FDP mit wehenden Fahnen in ihre größte Wahlpleite marschiert ist. :) Das hat sich schnell geändert, und ich war plötzlich regelrecht fassungslos: "...wollen sie dazu herausfordern, rassistisches, sexistisches, antireligiöses und homophobes Gedankengut, platziert an öffentlichen Straßen, nicht einfach hinzunehmen." Wer Antireligiöse so dreist mit Sexisten, Homophoben und Rassisten auf eine Stufe stellt, will nicht provozieren, sondern diffamieren. Da geht es nicht um Diskussion und den Austausch von Argumenten, da geht es um klassische Verleumdung und Hetze. Bei einer Kirche, die es bis heute nicht geschafft hat, sich vom Hetzerkönig Luther zu lösen, mag das Tradition haben. Der wollte nicht nur Synagogen und Hexen verbrennen, er fand es völlig in Ordnung wenn Weiber im Kindbett sterben. Behinderte Kinder wollte er, anders als im aktuellen Lutherverklärungsfilm gezeigt, nicht besonders pflegen, sondern ertränken oder erwürgen und machte sich so zum Vater der Euthanasie. Aber ein bisschen mehr Selbstreflektion und Ankommen in der Gegenwart hätte ich von der Kirche trotz dieser schweren Last der Vergangenheit schon erwartet.