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Kontrollierte Sprengung

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Gefährliche Granaten in die Luft gejagt

Gerd Will, Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, sprengte die Fundmunition.
Gerd Will, Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, sprengte die Fundmunition.
Horst Skoupy

Als deutsche Soldaten 1945 In Poratz vor den Russen flüchteten, ließen sie im Wald Munition zurück. Sie wurde am Dienstag unschädlich gemacht.

Vier Detonationen erschütterten am Dienstagmittag den kleinen Ort Poratz. Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitigungsdienste des Landes Brandenburg (KMBD) brachten dort Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zur Explosion.

Von morgens neun Uhr an richteten Polizisten, Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Amtsverwaltung Gerswalde und Forstbedienstete einen Sperrkreis von 300 Metern ein. Elf Häuser des Dorfes lagen nach Angaben von Ordnungsamtsleiterin Manuela Walter in diesem Sperrradius. Insgesamt neun Einwohner und Feriengäste mussten ihre Häuser verlassen. Die Amtsverwaltung hatte organisiert, dass sie sich im Gemeindehaus von Ringenwalde aufhalten konnten.

Seit Mitte November 2017 hatten Mitarbeiter des KMBD Waldflächen abgesucht, die für den Holzeinschlag vorbereitet werden, informiert André Vogel, Truppführer des KBMD. Ureinwohnern zufolge fanden Ende des Zweiten Weltkrieges Kampfhandlungen bei Poratz statt. Bei der Flucht vor russischen Einheiten ließen deutsche Soldaten viel Munition zurück. Die Suche förderte neun Granaten für Raketenpanzerbüchsen, acht Gewehrsprenggranaten sowie jeweils eine Mörsergranate und eine Panzersprenggranate zutage. Weil die Munition schon zu marode war, habe sie vor Ort gesprengt werden müssen. Mit insgesamt zwölf Kilo Sprengstoff wurde sie zur Explosion gebracht.