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Prozess am Amtsgericht ins Wasser gefallen

Das Amtsgericht in Prenzlau.
Das Amtsgericht in Prenzlau.
Martin Lindner

Die Verhandlung gegen einen jungen Mann, der in Prenzlau Flüchtlinge geschlagen haben soll, musste wegen sprachlicher Hürden unterbrochen werden.

Der Prozess gegen einen jungen Mann aus Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) musste am Donnerstag am Amtsgericht Prenzlau ausgesetzt werden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 6. März 2016 in Prenzlau gemeinsam mit zwei anderen Tätern drei Flüchtlinge aus dem Iran schwer verletzt zu haben. Die zwei anderen Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Der Angeklagte erklärte, dass er sich vorerst nicht zum Tatvorwurf äußern wolle.

Zwei der Opfer halten sich nicht mehr in Deutschland auf. Der Dritte, ein junger Iraner war als Zeuge geladen. Auf die Frage des Richters, ob er ihn verstehen könne, antwortete er „zu 40 Prozent.” Zu wenig für eine sichere Aussage.

Keine Ausbildung als Simultan-Dolmetscher

Als der Dolmetscher für Persisch eintraf, erklärte dieser, dass er der Bruder des Dolmetschers sei, der an diesem Tag eigentlich am Gericht hätte erscheinen sollen. Der Bruder sei verhindert. Die Dolmetscheragentur hätte ihn geschickt. Die Ausbildung, simultan zu dolmetschen, fehle ihm. Er sei Übersetzer. Daraufhin setzte der Richter die Hauptverhandlung aus. Ein neuer Termin werde „wahrscheinlich” im April liegen.