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V-Mann könnte Berlin-Attentäter Amri angestachelt haben

Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz nach dem Anschlag am 20. Dezember 2016.
Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz nach dem Anschlag am 20. Dezember 2016.
Bernd Von Jutrczenka

Ungeheuerlicher Verdacht: Hat ein V-Mann der Polizei Anis Amri, den Attentäter vom Breitscheidplatz, zu Anschlägen angestachelt?

Anis Amri, der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, wurde womöglich von einem V-Mann der Polizei zu Anschlägen angestachelt. Das berichten die „Berliner Morgenpost” und der „Rundfunk Berlin-Brandenburg” (rbb).

Die Verbindungsperson des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen mit dem Decknamen VP-01 war demnach eine „wichtige Bezugsperson” von Amri in der militanten Islamistenszene und soll dort bereits frühzeitig zu Anschlägen aufgerufen haben. Auch von Anschlägen mit Lkw soll die Rede gewesen sein. Am 19. Dezember 2016 war der tunesische Terrorist Anis Amri mit einem gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland starben zwölf Menschen, rund 70 wurden verletzt.

Ehemaliger Islamist soll vor V-Mann gewarnt haben

"Morgenpost" und "rbb" berufen sich auf unterschiedliche Zeugen und mehrere Strafverteidiger von Islamisten aus der Gruppe um den Hassprediger Abu Walaa. Aus dem NRW-Innenministerium hieß es zu den Berichten: „Wir prüfen das.“

Den Berichten zufolge hatte ein ehemaliger Anhänger der Islamisten-Szene bereits im Dezember 2016 mehrfach vor dem V-Mann gewarnt. Dieser habe vor Mitstreitern gesagt, man brauche „gute Männer, die in der Lage sind Anschläge zu verüben“.

Angeblich war der V-Mann "der Radikalste"

Laut einem internen Bericht des NRW-Verfassungsschutzes habe ein Islamist berichtet, der V-Mann habe „nach einem zuverlässigen Mann für einen Anschlag mit einem Lkw“ gesucht. Damit stehe der Verdacht im Raum, der Informant könnte in die Planungen für einen Terroranschlag selbst eingebunden gewesen sein und sie forciert haben. Das LKA NRW habe die Aussagen des Aussteigers über den V-Mann als „wenig glaubwürdig“ eingestuft.

Ein ehemaliger Anhänger der Abu-Walaa-Gruppe sagte laut RBB, der V-Mann sei sogar „der Radikalste“ gewesen. Die meisten Gruppenmitglieder hätten nicht über Anschläge in Deutschland gesprochen, da sie nach Syrien zum Kämpfen ausreisen wollten. Der V-Mann soll mehrmals zu Mitgliedern der Gruppe gesagt haben: „Komm, du hast eh keinen Pass, mach hier was, mach einen Anschlag.“ Die Vertrauensperson des LKA sei häufig mit Amri unterwegs gewesen und habe ihn in seine Unterkünfte gefahren.

Verbindungs- oder V-Personen fungieren als Informanten für Nachrichtendienste oder die Polizei. Zu Straftaten dürfen sie nicht anstiften, wie der Kriminologe Tobias Singelnstein beim „rbb” klarstellte.

 

 

 

 

Kommentare (1)

tun sich hier auf, auch dort haben zwielichtige Gestalten mitgewirkt und nichts gesehen oder gehoert beim Abstand von 3 Metern. Andere wurden ins Ausland verschickt ! Nachtigall ick hoer dir trabsen...