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Kann ein Verein das Rätsel um den toten Hund lösen?

Der verweste und angefressene Hundekadaver, den Spaziergänger am Wochenende in der Nähe von Liepgarten gefunden hatten, gibt nach wie vor Rätsel auf. 
Der verweste und angefressene Hundekadaver, den Spaziergänger am Wochenende in der Nähe von Liepgarten gefunden hatten, gibt nach wie vor Rätsel auf.
Christopher Niemann

Was da genau mit dem teilweise schon verwesten Vierbeiner passiert ist, den Spaziergänger bei Liepgarten gefunden haben, ist weiterhin unklar. Rätsel geben nach wie vor auch die fehlenden Vorderläufe des Tieres auf. Sogar ein Kampf mit einem Wolf ist nicht ausgeschlossen. Jetzt nimmt sich der Verein „Tote Hunde“ des „Falles“ an.

Auch einige Tage nach dem Fund eines toten Hundes bei Liepgarten gibt es viele offene Fragen. Noch ist nicht geklärt, wie das Tier dorthin gekommen ist. Es kann durchaus mehrere Möglichkeiten geben. Eine davon könnte sein, sagt Polizeipressesprecher Axel Falkenberg, dass sich der Hund aus eigenen Stücken in den Wald geschleppt hat, um dort zu sterben. Für Tiere sei dies nicht unbedingt ungewöhnlich.

Chip-Lesegerät bald auch als Polizei-Ausrüstung?

Die leichte Kritik an der Arbeit seiner Kollegen, die sich das tote Tier lediglich angesehen, sonst aber nichts unternommen haben, weist der Pressesprecher zurück. Die Beamten hätten beispielsweise gar kein Gerät, um zu prüfen, ob der Hund einen Chip unter der Haut getragen hat. „Das gehört derzeit nicht zur Ausrüstung“, sagt Falkenberg.

Es gibt aber bei den Ordnungshütern Überlegungen, solche Lesegeräte anzuschaffen. Immerhin haben es die Polizeibeamten durchaus des Öfteren mit entlaufenen Tieren zu tun. „Da wäre es natürlich gut, wenn wir innerhalb kurzer Zeit herausfinden, ob das Tier gechipt ist. Dann ließen sich Halter schneller ermitteln“, sagt der Polizeisprecher.

Wobei aber nicht jeder Hund einen implantierten Chip hat, so Falkenberg. Dass die entsprechenden Geräte schon bald zur Ausrüstung der Streifenbeamten gehören werden, sei allerdings nicht sicher. „Das steckt jetzt wirklich erst in der Planungsphase“, sagt der Polizeisprecher.

Tierheimchefin vermutet: Der Hund wurde tot im Wald abgelegt

Dass ein toter Hund im Wald gefunden wird, sei eher selten, sagt Sabine Schultz, Chefin des Ueckermünder Tierheims. Sie hat zwar täglich mit Hunden zu tun, die entweder ausgerissen sind oder abgegeben werden. Aber solche toten Tiere – davon hört man nicht so oft, sagt die Tierheimchefin.

Der Fall des in Liepgarten gefunden Tieres sei mysteriös. „Ich habe nicht gehört, dass jemand so einen Hund vermisst oder nach ihm gesucht hat“, sagt Sabine Shultz. Ausgerissen sein kann der Vierbeiner ihrer Meinung nach kaum. „So schnell verhungert ein Hund nicht, und wenn er sich mehrere Tage in der Nähe eines Dorfes aufgehalten hätte, dann wäre das aufgefallen“, sagt Sabine Schultz. Was sich dort abgespielt hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Die Tierheimchefin vermutet, dass der Hund tot an der Fundstelle abgelegt wurde. „Wenn das so gewesen ist, wenn der Halter sein Tier nicht begraben hat, dann zeugt das von fehlendem Respekt gegenüber dem Leben“, sagt Sabine Schultz.

War hier ein Wolf am Werk?

Selbst wenn der Hund einen Chip getragen hätte, so dürfte der inzwischen im Magen eines Wildschweins oder anderen aasfressenden Tieres gelandet sein. Ob da tatsächlich Wildschweine gefressen haben, kann Tierärztin Maren Riehl aus Liepgarten nicht mit Bestimmtheit sagen. „Ich habe das mit dem Hund auch nur von Patienten gehört“, sagt sie. Nach dem, was berichtet wurde, scheint der Hund schon länger an der Fundstelle gelegen zu haben. Erstaunlich seien, sagt Maren Riehl, die beiden fehlenden Vorderläufe. Möglicherweise ist der Hund damit in eine Falle geraten – vielleicht aber hat es auch eine Auseinandersetzung mit Wölfen gegeben. Alles nicht belegbar, sondern nur Vermutungen darüber, was passiert sein könnte.

Mittlerweile hat sich ein Verein gemeldet, der „Tote Hunde e.V.“ heißt. Wie Susanne Dombrowski von diesem Verein mitteilt, kümmern sich die Mitglieder ehrenamtlich darum, die Herkunft solcher tot aufgefundenen Hunde zu klären und den Tieren eine ordentliche letzte Ruhestätte zu geben. Ob der Verein das Rätsel um den in Liepgarten gefundenen Hund lösen kann, bleibt abzuwarten.

Kommentare (1)

Fehlende Vorderläufe, gebrochene Beine, solche Praktiken sind aus dem Auslandstierschutz bekannt. In diversen südlichen Ländern werden auf diese Weise Hunde, die man nicht mehr gebrauchen kann, unfähig gemacht, dem Hundehalter zu folgen, der sie aussetzt und ihrem Schicksal überlässt. Diese Praktiken sind zwar inzwischen verboten, kommen aber immer noch vor.