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Bürgermeister schreibt Wutbrief an Schwesig

Bringen die Einwände gegen geplante Windparks überhaupt etwas? Ein Bürgermeister aus Vorpommern bezweifelt das - und hat einen Wutbrief an die Ministerpräsidentin geschrieben.
Bringen die Einwände gegen geplante Windparks überhaupt etwas? Ein Bürgermeister aus Vorpommern bezweifelt das – und hat einen Wutbrief an die Ministerpräsidentin geschrieben.
Symbolfoto: Bernd Wüstneck

Machen die Einwände gegen geplante Windenergieanlagen überhaupt Sinn? Gerd Sauder, Bürgermeister in Krackow, bezweifelt das. Er schrieb einen Wutbrief an Ministerpräsidenten Manuela Schwesig (SPD) – und macht eine Forderung auf, die viele Gemeinden unterstützen dürften.

Die erste Gemeinde hat genug! Mit einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich Gerd Sauder Luft gemacht. Der Bürgermeister von Krackow, einer Gemeinde in der Uecker-Randow-Region, sieht seine Gemeinde von den Planungen neuer Windräder besonders betroffen. Rund 5,1 Prozent der Gemeindefläche sollen für Windenergieanlagen bereitgestellt werden, so Krackow. Das Landesziel liegt bei 1,5 Prozent.

Die Gemeinde befürchtet, dass ihre Stellungnahme zu dem Thema nach dem Ende der Auslegungsfrist regelrecht vom Tisch gefegt wird. Schon bei der zweiten Abwägung zum Regionalen Raumentwicklungsprogramm Vorpommern sei diese „nicht individuell genug gewürdigt worden“, schreibt Sauder in dem Brief.

+++ Den offenen Brief können Sie hier im Wortlaut nachlesen. +++

Gemeinden sollten gleiches Stimmrecht erhalten

Seine Forderung: Weil der ländliche Raum im Planungsverband Vorpommern aus seiner Sicht nicht direkt vertreten ist, sollte dieser künftig paritätisch besetzt werden. Stadt- und Landgemeinden sollten dort das gleiche Stimmrecht erhalten. Derzeit legten dort weitgehend Vertreter der Landkreise, der Hansestädte und der Mittelzentren fest, wie und wo es in der Raumplanung lang geht.

Das hebelt sogar den Artikel 28/2 des Grundgesetzes aus, vermutet der Bürgermeister. Der Artikel regele, dass Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze die Gemeinschaft in eigener Verantwortung klärt. Unter diesem Aspekt betrachten die Krackower auch die Planung der Eignungsgebiete.

Kommentare (1)

wird nichts nützen. Sind sich Planungsgesellschaft und die Eigentümer des Bodens einig, so sind alle anderen außen vor. Für die Verpächter ist so ein Deal äußerst lukrativ. Die Rede ist von 80000 Euro Pacht im Jahr. Pro Windrad wohlgemerkt! Die neuesten Windmühlen überragen mit ihrer Narbenhöhe sogar schon den Kölner Dom. Ein Ende ist nicht abzusehen.