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Wesenberger steht nach Drogenfund vor Gericht

Ein Wesenberger muss sich vor Gericht verantworten.
Ein Wesenberger muss sich vor Gericht verantworten.
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Einem 29-Jährigen wird vorgeworfen, sich Drogen im Darknet besorgt zu haben – für den Weiterverkauf. Die Geldflüsse sind schwer nachvollziehbar.

Insgesamt 17-mal soll er sich illegale Drogen im sogenannten Darknet beschafft haben, und das in großen Mengen. Es besteht der Verdacht, dass die Rauschmittel nicht für den Eigenbedarf bestimmt waren, sondern der Profit beim Handel mit den Drogen im Vordergrund stand. Am Landgericht in Neubrandenburg hat der Prozess gegen einen jungen Mann aus Wesenberg begonnen, der im Mai bei einer groß angelegten Razzia der Polizei verhaftet wurde. Die Anklage lautet nun auf Beschaffung von unerlaubten Betäubungsmitteln in nicht unerheblichen Mengen mit dem Ziel des Weiterverkaufs, heißt es vom Landgericht.

Seit Mai in Untersuchungshaft

Die Wege des Geldes und des vermeintlichen Drogenhandels seien dabei schwer nachzuvollziehen. „Es ist alles über Bitcoins, einer digitalen Internetwährung im Darknet, abgelaufen“, erklärt Carl Christian Deutsch, Richter und Pressesprecher am Landgericht. Das Darknet ist ein spezieller, abgeschirmter Bereich des Internets. Im Prozess sei bisher die Aussage eines Zeugen gehört worden. Der nächste Verhandlungstag ist nun für diesen Freitag angesetzt. Der Angeklagte saß seit Mai in Untersuchungshaft.

Er soll Mitglied eines elfköpfigen Drogenrings sein, den die Polizei im Frühjahr ausgehoben hatte. Die Bande soll nach Polizeiangaben Drogen im Wert von rund 100 000 Euro verkauft haben. Durch monatelange akribische, umfangreiche und personalintensive Ermittlungen war es der Kriminalpolizei gelungen, einen Anfangsverdacht zu erhärten. Bei der Razzia im Mai wurden zeitgleich 14 Gebäude in Neustrelitz, Wesenberg, Burg Stargard, Neubrandenburg und in etlichen Dörfern durchsucht. Mehr als 80 Beamte waren damals im Einsatz.

Weitere Verfahren

Im aktuellen Prozess sitze der 29-Jährige allerdings als Einziger auf der Anklagebank, sagt Deutsch. Die Frage nach der Mittäterschaft anderer Verdächtiger oder etwa auch der mit dem Fall im Zusammenhang stehende Vorwurf der Geldwäsche gegenüber einer 54-jährigen Frau würden in einem gesonderten Verfahren behandelt, so Deutsch.

Im jetzigen Verfahren gegen den 29-Jährigen geht es vor allem um den mutmaßlichen Handel mit Amphetaminen. Laut Polizei wurden mehr als ein Kilogramm dieser verbotenen Substanz sowie mehrere hundert Gramm Marihuana, Ecstasy, Kokain und Haschisch im Frühjahr beschlagnahmt. Darüber hinaus stellten die Beamten Bargeld und Waffen sicher. Die Polizei sprach damals angesichts der Anzahl der Beschuldigten und der durchsuchten Gebäude von einem Fall, der schon in eine besondere Kategorie falle.