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Torwitzer Familie zieht einen Kranich auf

Es war ein Zufallsfund auf einer Wiese. Ein goldgelbes, flauschiges Küken, das die Eltern offenbar im Stich gelassen hatten, lag da im Gras. Zwei Neustrelitzer hatten Mitleid mit dem Tier. Sie nahmen den Vogel mit nach Hause und päppelten ihn auf. Jetzt haben sie vor allem eine große Bitte.

Der Kranich auf der Straße - wann sieht man das schon einmal. Auch Katharina Tessenow aus Zwenzow konnte sich dem besonderen Moment nicht entziehen und machte ein Foto.
Katharina Tessenow Der Kranich auf der Straße – wann sieht man das schon einmal. Auch Katharina Tessenow aus Zwenzow konnte sich dem besonderen Moment nicht entziehen und machte ein Foto.

Bei Familie Fuhrmann im Neustrelitzer Ortsteil Torwitz ist ein Vogel des Glücks eingezogen, ein Kranich. Sein Trompeten ist oft auch auf der Straße zu hören. Manchmal stolziert er sogar dort entlang. Fuhrmanns haben extra ein Schild aufgestellt. „Vorsicht, Kranich! Danke“. Der Vogel, der eigentlich alles andere als ein Haustier ist und von der Familie bei einem Spaziergang als Küken gefunden wurde, ist Ortsgespräch. Passanten bleiben stehen, um ihn zu fotografieren. Autofahrer halten an. Der Kranich ist zur touristischen Attraktion geworden. Fuhrmanns möchten das Tier dennoch gern an die Freiheit gewöhnen. Sie hoffen, dass es Stück für Stück gelingt.

Sie wünschen sich dafür aber auch mehr Verständnis von Spaziergängern, Radfahrern und Autofahrern, die in Torwitz vorbeikommen. Dem Vogel fehlt die Scheu vor den Menschen, er läuft ihnen womöglich hinterher, verdeutlicht Marion Fuhrmann. Sie bittet auch darum, dass der Vogel nicht mehr fotografiert wird. Diese Form der Aufmerksamkeit spüre das Tier, es tue ihm nicht gut. Und die Torwitzerin sagt klipp und klar: Der Kranich ist kein Kuscheltier, wer sich in seine Nähe begibt, kann auch schnell in Gefahr geraten. Der lange spitze Schnabel ist nicht zu unterschätzen, die Flügel sind stark und die Krallen scharf. Der Vogel lässt sich nicht steuern