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So klingt die Edel-Oboe der Neubrandenburger Philharmonie

Andreas Markowski ist Solo-Oboist der Neubrandenburger Philharmonie. Im Interview beschreibt er den Reiz dieses Instrumentes und im Video gibt er eine Kostprobe seines Könnens.

Andreas Markowski von der Neubrandenburger Philharmonie mit seiner Oboe.
Frank Wilhelm Andreas Markowski von der Neubrandenburger Philharmonie mit seiner Oboe.

Wie sind Sie zur Oboe gekommen?

Ich war zwölf Jahre alt, als ich auf das Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium in Berlin kam. Dort sollten wir uns ein Instrument aussuchen. Ich nahm das Englischhorn. Horn klang für mich sehr interessant. Damals wusste ich noch nicht, dass das Englischhorn eine Familie der Oboen ist.

Haben Sie die Wahl bereut?

Nein. Ich spiele mittlerweile fast 50 Jahre Oboe. Seit 1979 bin ich Mitglied der Neubrandenburger Philharmonie. Die Oboe hat für mich ihre besonderen Reize.

Welche?

Wir Oboen-Spieler sind ein zentraler Klangfaktor im Orchester. Wir sitzen auch ziemlich in der Mitte – zwischen den Streichern und den anderen Blasinstrumenten. Wenn wir spielen, geht das Licht an im Orchester. Die Oboe kann singen und klagen.

Sollte man als Kind gleich mit der Oboe anfangen, wenn man ein Instrument spielen möchte?

Ich würde zum Anfang die Blockflöte empfehlen. Das wäre eine gute Grundlage, um später Oboe zu spielen. Die Kinder, die ich in der Oboe unterrichte, fangen etwa mit acht Jahren an.

Wie teuer ist denn ein Anfänger-Instrument?

Für eine gute Kinder-Oboe muss man mit 1400 Euro rechnen. Für Musikschüler gibt es aber Leih-Instrumente.

Welche Oboe spielen Sie?

Ich spiele eine Oboe, die aus Ahornholz gefertigt wurde. Der Instrumentenbauer fertigt davon nur ein Exemplar pro Jahr. Das ist natürlich ein Schatz für mich. Das Modell nennt sich „Del sol”, das bedeutet auf Deutsch „Von der Sonne”.

Welche Instrumente spielen Sie außerdem?

Neben der Oboe spiele ich auch Klavier und Blockflöte.

Live ist der Musiker zusammen mit der Philharmonie beim 1. Philharmonischen Konzert zu erleben:

  • Donnerstag, 14. September, 10 und 19.30 Uhr (Neubrandenburger Konzertkirche)
  • Freitag, 15. September (Güstrow)
  • Sonntag, 17. September (Neustrelitz)

So entstehen die Töne in der Oboe

Der Oboenspieler bläst mit hohem Druck in ein Doppelrohrblatt, das extrem schmal ist. Andreas Markowski baut sich diese Mundstücke selbst. Der aus Holz gefertigte Körper der Oboe ist ähnlich wie bei einer Flöte hohl und wird zum Ende hin immer breiter. In dem Instrumentenrohr bildet sich eine schwingende Luftsäule.

Mit dem Öffnen und Schließen der Klappen wird die Länge der schwingenden Luftsäule und somit deren Wellenlänge verändert: der Ton wird höher oder tiefer.