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Tradition des Orgelbaus ist Immaterielles Kulturerbe

Tradition des Orgelbaus ist Immaterielles Kulturerbe
Tradition des Orgelbaus ist Immaterielles Kulturerbe
Sebastian Gollnow

Die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland ist in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden. Die Entscheidung wurde am Donnerstag bei der Tagung des Unesco-Komitees auf der südkoreanischen Insel Jeju bekanntgegeben.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte in einer Mitteilung der deutschen Unesco-Kommission: „Orgelbau und Orgelmusik sind auch heute noch ein wichtiger Teil unseres Musiklebens, sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, gepflegt und fortentwickelt. » Durch die Aufnahme in die Unesco-Liste werde die Bedeutung dieses über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Erbes gebührend gewürdigt. Um die Tradition auch in Zukunft zu stärken, fördere die Bundesregierung die Modernisierung national bedeutsamer Orgeln und den Erhalt wertvoller Instrumente in diesem Jahr mit rund fünf Millionen Euro.

Der prominente deutsche Orgelsachverständige Michael Kaufmann nahm die Anerkennung des Orgelbaus und der Orgelmusik als Unesco-Kulturerbe mit großer Freude auf. „Für mich selbst bedeutet der Eintrag bei der Unesco, dass ich wieder eine Zielmarke in meinem Einsatz für die Orgel erreicht habe”, sagte Kaufmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Hinter der Formulierung des Antrags stehen Jahrzehnte der Beschäftigung als Musikwissenschaftler, Organist und Orgelsachverständiger mit dem Instrument, seiner Geschichte und Gegenwart, seiner Technik und seines Klangs.” Das sei ein guter Tag für Orgelfreunde.

Nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission prägen 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2800 Mitarbeitern, 180 Auszubildenden sowie 3500 hauptamtlichen und Zehntausenden ehrenamtlichen Organisten das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik in Deutschland. Über 50 000 Orgeln seien derzeit hierzulande im Einsatz. „Jede Orgel ist einzigartig, denn sie wird eigens für den Raum entwickelt, in dem sie später erklingt”, sagte Prof. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen Unesco-Kommission.