:

Warens wohl ältester Bürger feiert Geburtstag

Warens wohl ältester Bürger, Paul Galla aus dem Pflegeheim am Tiefwarensee, hat am Sonnabend Geburtstag gefeiert. Über einen Besuch freute er sich ganz besonders.

Gruppenbild mit Jubilar: Zu Paul Gallas 105. Geburtstag gratulierten Freundin Marianne Drolshagen und Grabowhöfes Bürgermeister Enrico Malow.
Florian Ferber Gruppenbild mit Jubilar: Zu Paul Gallas 105. Geburtstag gratulierten Freundin Marianne Drolshagen und Grabowhöfes Bürgermeister Enrico Malow.

Wenn „Mariannchen” in der Nähe ist, ist die Welt von Paul Galla in Ordnung. Selbst wenn er nur ihre Stimme hört, wie allabendlich beim gemeinsamen Telefonat. Zum Schluss fragt er oft, „kommst du rüber, den Hörer auflegen?” Dann muss „Mariannchen” stets verneinen, lebt sie doch seit über 20 Jahren in Schleswig-Holstein. Doch am Sonnabend, zu Paul Gallas 105. Geburtstag (!), hat es sich die 85-Jährige trotz eigener gesundheitlicher Probleme nicht nehmen lassen, ihrem Freund einen Besuch im Pflegeheim am Warener Tiefwarensee abzustatten.

Mit zerschossenem Bein im Lazarett

Schließlich verbindet die Ex-Nachbarn aus Baumgarten bei Grabowhöfe eine lange Geschichte, an die sich Betreuerin Marianna „Mariannchen” Drolshagen stellvertretend gern erinnert. Etwa wie er ihr auf dem Hof half und sie sich, nach dem Tod ihres Mannes und auch noch nach ihrem Umzug, um Paul Galla kümmerte, für ihn kochte und schmorte. Ein „ruhiger Mensch” sei Paul gewesen, sagt Marianne Drolshagen, der in Ostpreußen geboren wurde und Eltern und Verlobte beim Untergang des Kreuzfahrtschiffes Wilhelm Gustloff 1945 verlor. Galla selbst landete mit einem zerschossenen Bein im Lazarett.

Als Senior machten ein Oberschenkelhalsbruch und wenig später ein Schlaganfall das Alleinewohnen in Baumgarten unmöglich. Doch bis zu seinem 100. Lebensjahr war Paul Galla, der lange in der LPG arbeitete, in der Gemeinde Grabowhöfe gemeldet. Klar, dass es sich Bürgermeister Enrico Malow am Sonnabend nicht nehmen lässt, dem Geburtstagskind persönlich zu gratulieren. „Vielleicht sind es die guten Grabowhöfer Gene?”, mutmaßte Malow über das stolze Alter.