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Standblitzer auf der A  19 sollen verschwinden

Die fest installierten Blitzer an der Dauerbaustelle Petersdorfer Brücke bei Malchow überführen täglich Hunderte Temposünder.
Die fest installierten Blitzer an der Dauerbaustelle Petersdorfer Brücke bei Malchow überführen täglich Hunderte Temposünder.
Udo Roll

Schwerin hält die beiden festen Blitzer an der Petersdorfer Brücke ab 2018 für entbehrlich. Die Kreisverwaltung sieht das ganz anders – aus gutem Grund.

Im kommenden Jahr sollen die beiden stationären Blitzer auf der A 19 an der Baustelle Petersdorfer Brücke voraussichtlich abgebaut werden. Das erklärte Karen Reinschmidt-Schilling aus der Presseabteilung des Verkehrsministeriums auf Nachfrage des Nordkurier. Im Laufe des Jahres 2018, möglicherweise schon im Sommer, werde ein solcher Baufortschritt erreicht sein, dass der Verkehr dort wieder vier- statt zweispurig laufen könnte, sagte sie.

Damit soll auch einhergehen, dass das Tempolimit von jetzt 40 auf dann 60 beziehungsweise auch 80 Kilometer pro Stunde heraufgesetzt werden kann. Aus Sicht des Verkehrsministeriums ist eine dauerhafte Überwachung mit stationären Blitzern dann nicht mehr notwendig, sagt Reinschmidt-Schilling.

In diesem Jahr schon rund 70 Unfälle

Die beiden jetzt dort installierten Standblitzer waren auf Bitte des Verkehrsministeriums vom Landkreis Seenplatte aufgestellt worden, weil schon vor dem Einrichten der jetzigen Baustelle abzusehen war, dass dort mit einem erhöhten Unfallaufkommen zu rechnen sei.

Die Ankündigung des Verkehrsministeriums stößt beim Landkreis Seenplatte auf Unverständnis und Kritik. Dort hegt man massive Sicherheitsbedenken. Im Baustellenbereich gebe es ein überaus großes Unfallaufkommen, sagt Ordnungsamtsleiter Peter Handsche und erinnert an den tragischen Unfall vom 30.  September, bei dem ein 63-jähriger Mann starb und 18 Personen verletzt wurden. Die Polizei registrierte allein in dem Baustellenabschnitt in diesem Jahr rund 70 Unfälle.

Zwölf zusätzliche Kräfte wegen Masse an Verstößen

Pro Tag werden derzeit in jeder Fahrtrichtung bis zu 300 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt, so Handsche. Den negativen Rekord halte ein Fahrer, der dort in diesem Jahr mit 163 statt der erlaubten 40 Kilometer pro Stunde geblitzt worden sei. Und das, obwohl in beiden Fahrtrichtungen mehrfach auf die Baustelle und explizit auch auf die Radarkontrollen hingewiesen wird. Wegen des hohen Aufkommens seien allein für die Abarbeitung der Verstöße, die durch die beiden stationären Blitzer festgestellt wurden, zwölf zusätzliche Mitarbeiter befristet eingestellt worden.

Sollte der Landkreis weiter massive Geschwindigkeitsverstöße und auch ein erhöhtes Unfallaufkommen an der Petersdorfer Brücke feststellen, bleibe es ihm natürlich unbenommen, dort mobile Blitzer aufzustellen, sagt Karen Reinschmidt-Schilling.

Kommentare (1)

Karen Reinschmidt-Schilling, im Verkehrsministerium für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, – Quelle: https://www.svz.de/17513531 ©2017, hat zum Glück nichts zu sagen. Wenn die stationären Blitzer abgebaut und sie im Ermessen des Landkreises durch mobile ersetzt werden sollen, fehlen diese mobilen an anderen Orten zur Verkehrsüberwachung. So ist das mit den Ministerien: Hier stopfen sie ein Loch, indem an anderer Stelle neue aufgerissen werden. Dass es an der Petersdorfer Brücke durchaus nicht um Abzocke geht, läßt sich an der Häufigkeit und dem Gefährdungsgrad der Geschwindigkeitsüberschreitungen ganz klar ablesen.