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Der nächste Rechtsstreit in der Awo-Affäre

Die Awo-Affäre beschäftigt ein weiteres Gericht: Jetzt stehen sich die Awo Müritz und Ex-Geschäftsführerin Simone Ehlert gegenüber – inklusive einer pikanten Personalie.

Am 18. Mai standen sie noch Seite an Seite: Simone Ehlert und Matthias Mück.
Florian Ferber Am 18. Mai standen sie noch Seite an Seite: Simone Ehlert und Matthias Mück.

Während der neue Geschäftsführer laut Vorstand im Anflug ist, flattern die beiden entlassenen Vorgänger noch im stürmischen Wind von arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen. Nachdem es im Prozess zwischen Peter Olijnyk und dem Awo-Kreisverband Müritz bereits zwei eher unversöhnliche Verhandlungsrunden vor dem Landgericht Neubrandenburg gegeben hat und die zerstrittenen Parteien nun auf das Urteil der Richterin warten, begann in dieser Woche auch der juristische Streit um Olijnyks Nachfolgerin Simone Ehlert. Sie war Anfang Juli von der Awo fristlos gekündigt worden – unmittelbar zuvor hatte die 22 Jahre für die Awo tätige Ehlert in einem Nordkurier-Interview den aus ihrer Sicht mangelnden Aufklärungswillen von führenden Wohlfahrts-Funktionären in der Awo-Affäre kritisiert. Die fristlose Kündigung hatte die Awo mit einem zerrütteten Vertrauensverhältnis begründet.

Awo-Affäre ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Simone Ehlert dagegen klagt vor dem Arbeitsgericht Stralsund (Kammern Neubrandenburg) auf Wiedereinstellung – nach Informationen des Nordkurier gehe es der Ex-Geschäftsführerin nicht vordergründig um Abfindung oder Gehaltszahlungen, sondern um Gerechtigkeit. Ehlert hatte im Frühjahr 2016 mit ihrer Anzeige wegen Verdachts der Untreue gegen Olijnyk und den damaligen Vorstandsvorsitzenden Götz-Peter Lohmann die Awo-Affäre ins Rollen gebracht.

Besonders unangenehm für Ehlert: Stand sie am 18. Mai in der ersten Verhandlungsrunde vor dem Landgericht Neubrandenburg als seinerzeitige Awo-Geschäftsführerin noch gemeinsam mit Awo-Anwalt Matthias Mück Seite an Seite gegen Peter Olijnyk und dessen Anwalt Peter-Michael Diestel, so muss die mittlerweile entlassene Geschäftsführerin ihre Rechte jetzt ausgerechnet gegen eben jenen Awo-Anwalt Matthias Mück durchsetzen. Ein weiteres bitteres Kapitel in der Awo-Affäre.

Kommentare (1)

Entsetzt kann man über die Ungerechtigkeit in der AWO Müritz Affäre sein, wenn man erfährt, dass der Anwalt, der Frau, dem er den lukrativen Auftrag die AWO gegen Dr. Olijnyks Forderungen zu verdanken hat, jetzt ihr die Wiedereinstellung streitig macht. Befangenheit oder Moral scheinbar Fehlanzeige. Man erinnere sich an die Vorstandssitzung als der Vorschlag Dr. Olijnyk eine Abfindung in Höhe von 100.000,00 Euro zu zahlen Hr. Mück anwesend war und den Vorstand rechtlich beraten hat. R. Borchert hat die nötigen Unterschriften des Vorstands für die Zahlung eingetrieben. Wo ist das Recht, wenn man bedenkt, dass Fr. Ehlert es war, die diese korrupten Machenschaften von Dr. Olijnyk , G.P. Lohmann und R. Borchert anprangerte? Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich sie für eine Auszeichnung vorgeschlagen, denn keiner, damit meine ich B. Tünker und R. Borchert hatten den „Arsch in der Hose“ diesem Treiben ein Ende zu bereiten. So lachhaft wie die Entlassungsgründe von Fr. Ehlert, die von Fr. Kaselitz damit begründet wurden, dass der Ruf von Frau Ehlert in der Öffentlichkeit beschädigt sei, so fragwürdig ist die Begründung, dass sie Interna der AWO an die Presse gegeben hat, um ihren Ruf zu korrigieren. Welche Geheimnisse haben wir erfahren? Für mich und vielen anderen war klar, dass B. Tünker und R. Borchert in Sache Dr. Olijnyk und G. P. Lohmann nichts unternommen haben und darauf angesprochen, gelogen haben.