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Dusche gegen Giftstoffe

Das neue Fahrzeug und ein Duschzelt konnten am Sonntag besichtigt werden. Foto: Eckhard Kruse
Das neue Fahrzeug und ein Duschzelt konnten am Sonntag besichtigt werden. Foto: Eckhard Kruse

In ihrem 130. Jahr ist die Gnoiener Feuerwehr noch stärker in den Katastrophenschutz einbezogen worden. Sie hat jetzt ein Spezialfahrzeug in ihrem Gerätehaus. Doch noch mangelt es an ausgebildeten Kameraden für die mobile Dusche.

Am Sonntag konnten Kinder noch zum Spaß durch die mobile Dusche krabbeln. Ab Wochenbeginn steht die Dusche mit dem dazugehörigen Fahrzeug aber für knallharte Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Gnoien bereit. Denn die Kameraden bekamen am Sonntag von Stephan Meyer, Dezernent des Landkreises Rostock, die Schlüssel für das Fahrzeug überreicht. Es steht von nun an für den Katastrophenschutz bereit. Wenn zu Einsätzen gegen giftige atomare, biologische und chemische Stoffe gerufen wird.

Die dreiteilige Dusche dient aber nicht der direkten Bekämpfung dieser Substanzen. Damit werden geschädigte Bürger und auch die Einsatzkräfte in ihren Schutzanzügen von diesen gefährlichen Stoffen befreit, erläuterte Kreisbrandmeister Maik Tessin. In der ersten Station würden die Kameraden mit den Spezial-Anzügen grob geduscht. Dann folge ein An- und Auskleidezelt und eine richtige Dusche. Einige Gnoiener rückten in der Vergangenheit schon gemeinsam mit dem ABC-Gefahrgutfahrzeug aus, das in Sanitz stationiert ist. Nun komme noch das sogenannte „Dekontaminations-Fahrzeug” dazu.

„A”- und „B”-Einsätze werde es wohl weniger geben, schätzte Kreisdezernent Stephan Meyer ein. Doch auf der Bundesstraße B 110 und auf der A 20 sei nicht auszuschließen, dass es Unfälle mit Chemikalien-Transportern gebe. So richtig einsetzen können die Gnoiener Kameraden das Fahrzeug selbst aber noch nicht. Kaum einer von ihnen hat bisher eine Schulung bekommen, erläuterte der Kreisbrandmeister. Das solle nun beginnen. Aber da gebe es das Problem an der Landesfeuerwehrschule Malchow, die lange Wartenzeiten habe. „Wenn es zu lange dauert, müssen wir uns selbst etwas überlegen”, betonte Maik Tessin.

Es gab aber noch drei andere Anlässe für die Kameraden, an diesem Wochenende so groß zu feiern. Vor allem ist die Freiwillige Feuerwehr der Stadt 130 Jahre alt geworden. Dann feierten die Gnoiener das 25-jährige Bestehen ihrer Jugendwehr mit etwa 20 Kindern und Jugendlichen. Außerdem konnten sich die Mitglieder der Jugendwehr noch über eine eigene Ausbildungshalle freuen.