:

Zieht Air Berlin bald in den Nordosten um?

Medienberichten zufolge hat der Besitzer des Parchimer Flughafens Interesse an der insolventen Fluggesellschaft bekundet - und will angeblich eine Milliarde Euro auf den Tisch legen. Kommt nun „Air Parchim”?

Viele Air Berlin-Flieger blieben zuletzt am Boden.
Paul Zinken Viele Air Berlin-Flieger blieben zuletzt am Boden.

Die Fluggesellschaft Air Berlin ist insolvent und wer will nun das Ruder übernehmen? Das Bieterverfahren läuft und offenbar kommt ein neuer Interessent aus China. Der Investor Jonathan Pang will offenbar eine Milliarde Euro für AirBerlin bieten, wie der NDR unter Berufung auf Insider-Informationen berichtet. Pangs Unternehmen LinkGlobal ist bereits im Nordosten aktiv und betreibt seit zehn Jahren den ehemaligen Militärflughafen Parchim. Erst vor wenigen Tagen hatte der Unternehmer Rudolf Wöhrl eine halbe Milliarde für die Fluggesellschaft geboten.

Die „Bild” veröffentlichte am Mittwoch auf ihrer Internetseite eine Absichtserklärung von LinkGlobal, die bereits Ende August verschickt wurde. Darin heißt es unter anderem von Unternehmenschef Jonathan Pang: „Wir wurden informiert, dass Air Berlin einen verlässlichen Investor sucht. Hiermit bekunden wir unser Interesse.” Ein konkretes Angebot aber sei noch nicht abgegeben worden. Die Frist dafür läuft am Freitag um 14 Uhr ab. Eine endgültige Lösung wird im Gläubigerausschuss am 21. September angestrebt.

Von Parchim nach Peking

Will nun Pang Air Berlin nach Parchim verlegen? Laut dem „Bild”-Bericht sei das durchaus möglich. Der seit Jahren brachliegende Flughafen solle endlich belebt werden. Er können für Verbindungen nach China genutzt werden. Air Berlin wollte sich der Zeitung zufolge noch nicht dazu äußern.

Nach zahlreichen Flugausfällen rechnet die Air Berlin für diesen Donnerstag mit einem normalen Flugbetrieb. Die Zahl der Krankmeldungen flaue ab, Gesundmeldungen von Piloten träfen ein, hieß es am Mittwoch in einem Offenen Brief des Vorstands an die Cockpit-Crews. „Die Piloten kommen zurück”, sagte ein Sprecher.

Nach der Streichung von etwa jedem siebten Flug am Dienstag bezeichnete der Chef der insolventen Airline, Thomas Winkelmann, in dem Brief auch die Situation am Mittwoch als „unerträglich”. Mindestens 32 Flüge müssten gestrichen werden – am Vortrag war es noch mehr als das Dreifache gewesen. Zudem fielen am Mittwoch 35 Verbindungen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings aus, die üblicherweise von Air Berlin durchgeführt werden.

„Potenzielle Investoren werden durch die gestrige und heutige Performance verschreckt”, betonte Winkelmann gemeinsam mit Betriebsleiter Oliver Iffert und Personalchefin Martina Niemann. Sie appellierten an die Piloten: „Meldet Euch aus dem Off freiwillig zurück.”