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Verein warnt Schwangere vor Reisen an die Ostsee

Schwangere Frauen sollten sich gut überlegen, ob sie an der Ostsee Urlaub machen - findet der Verein "Mother Hood". (Symbolbild)
Schwangere Frauen sollten sich gut überlegen, ob sie an der Ostsee Urlaub machen – findet der Verein „Mother Hood”. (Symbolbild)
Fredrik von Erichsen / dpa

Zum Start der Feriensaison hat der Verein „Mother Hood“ eine Reisewarnung für Schwangere veröffentlicht. Vor allem die Küstenregionen, wo in den vergangenen Jahren viele Geburtsstationen dicht machten, kommen dabei nicht gut weg.

Die Warnung von Katharina Desery hat es in sich: „Schwangere Frauen sollten sich gut überlegen, welche Gebiete innerhalb Deutschlands sie für ihren Urlaub wählen“, sagt die Sprecherin des Vereins „Mother Hood“, der sich für die Versorgung von Schwangeren einsetzt. Zu Beginn der Feriensaison hat der Verein eine Deutschlandkarte veröffentlicht, in der jene Bundesländer rot eingefärbt sind, in denen es laut Verein Engpässe bei den Geburtenstationen gibt. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein kommen dabei besonders schlecht weg.

50 Kilometer bis zur nächsten Geburtenstation

„Mother Hood“ kritisiert, dass beispielsweise auf vielen Inseln eine Geburtenstation vollständig fehlt – wie etwa auf Usedom. Auf der Insel selbst gab es zwar nie eine Geburtsklinik. Doch seit 2016 die Geburtsstation in Wolgast auf dem nahen Festland schloss, müssen Schwangere von dort nach Greifswald oder Anklam gebracht werden, wenn die Wehen einsetzen.

An manchen Stellen der Insel ist die nächste Geburtenstation seitdem mehr als 50 Kilometer entfernt. Vor allem bei An- und Abreiseverkehr am Wochenende kann die Fahrt über die verstopften Straßen der Insel bis zu zwei Stunden dauern. Die Schließung der Wolgaster Kinder- und Geburtenstation hatte im vorigen Jahr für massive Proteste gesorgt.

Bundesweit sank die Zahl der Kreißsäle zwischen 1991 und 2015 um 40 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern fiel der Rückgang mit 43 Prozent sogar noch etwas stärker aus. 2015 gab es im Nordosten noch 17 Krankenhäuser mit Geburtenstationen – kurz nach der Wende waren es 30. Allerdings ging vor allem in den ostdeutschen Bundesländern die Geburtenzahl ähnlich stark zurück wie die Zahl der Geburtskliniken.