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Schon wieder Wölfe? Rinderherden kommen nicht zur Ruhe

Landwirte machen sich Sorgen um die Rückkehr der Wölfe.
Landwirte machen sich Sorgen um die Rückkehr der Wölfe.
Patrick Pleul

Zunächst wurde ein Ochse mutmaßlich von Wölfen gerissen, dann geriet eine Herde in Panik – nun der nächste Vorfall. Der dritte in drei Nächten, alle beim selben Agrarbetrieb.

Die Rinder der Niendorfer Landerzeugergesellschaft im Kreis Ludwigslust-Parchim kommen nach den mutmaßlichen Wolfsattacken nicht zur Ruhe. „Wir hatten in der Nacht wieder einen Vorfall bei den Jungtieren, hinter dem die Raubtiere stecken können”, sagte Betriebsleiter Hans-Werner Mau am Freitag in Schlesin, einem Ortsteil von Grebs-Niendorf nahe Ludwigslust.

Der Weidezaun sei früh wieder auf einem Stück niedergetrampelt und Rinder zusammengetrieben gewesen. Es war der dritte Vorfall in drei Nächten. Im Gegensatz zu Mittwoch, als ein 400 Kilogramm schwerer Ochse vermutlich von Wölfen getötet worden war, sei dieses Mal kein Rind verletzt worden. Auch auf dem Darß könnte es zu einem Wolfsangriff gekommen sein.

Die Weiden mit 170 Tieren liegen in Nachbarschaft von Wolfsrudeln in der Lübtheener und der Kalißer Heide. Mau forderte wirksame Gegenmaßnahmen, um weitere Wolfsattacken auf Nutztiere zu verhindern. „Wer totalen Wolfsschutz fordert, muss auch den ganzen zusätzlichen Aufwand bezahlen.” So habe der Betrieb große Eisengitter aufbauen müssen, um die wohl von Wölfen zusammengetriebenen Herden voneinander zu trennen. „Da waren sechs Leute fast einen Tag beschäftigt.”

Nach Angaben des Agrarministeriums hatten im Nordosten 2016 Wölfe bei 14 Angriffen 72 Nutztiere getötet. Das waren fast doppelt so viele getötete Tiere wie in den Jahren davor. 2017 wurden bis Mai bei Wolfsattacken 39 Schafe, Rinder und andere Nutztiere getötet und verletzt.

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Kommentare (4)

freiwilliger Jäger - Schüsse 10-15cm über den Kopf eines Wolfes, der lernt schnell, hilft auch gegen andere Spezies

Backhaus sein Lieblingstier macht sowas nicht

Wo ist denn da das Wolfsmanagement? In diese völlig verstörte Herde muss unbedingt wieder Ruhe rein gebracht werden - mit Doppelzaun, ggfs. zwischen dem Doppelzaun eingesetzten Hunden, Feuern und aktiver Vergrämung. Heute noch. Da kann man nicht warten. Wie viele versuchte Attacken will das Wolfsmanagement denn noch mit ansehen? Gibts in M-V keine schnelle Eingreiftruppe Herdenschutz? Dann sollte man vllt. mal in anderen Bundesländern um Hilfe bitten. Den Landwirt mit 170 völlig verstörten Rindern im Regen stehen zu lassen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

In klassischen Wolfsländern in Osteuropa werden Wölfe immer mindestens verjagt kommen sie der Menschenreviere zu nah. Der Wolf konkurriert mit den Menschen bei der Nahrungsherkunft und -beschaffung. Deshalb sind die Reviere der Menschen vor dem Wolf zu verteidigen. Früher streiften hier viele Wölfe herum: damals gab es noch mittleuropäische Urwälder, fünf slawische Siedlungen und eine christliche Mission. So weit ich weiß, hat sich das drastisch geändert.