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Video: Diese Frau entlockt der Harfe zauberhafte Töne

Rosa Díaz Cotán, Solo-Harfenistin der Neubrandenburger Philharmonie
Rosa Díaz Cotán, Solo-Harfenistin der Neubrandenburger Philharmonie
Frank Wilhelm

Rosa Díaz Cotán ist seit 2013 Solo-Harfenistin der Philharmonie Neubrandenburg. Sie verriet Frank Wilhelm, warum sie Harfe spielt und weshalb sie diese für das schönste Instrument hält.

Es gibt eine besondere Geschichte, wie Sie zur Harfe gekommen sind.

Mein Vater ist Musiklehrer. Er spielt Klavier, Querflöte, Gitarre und Mundharmonika. Als er mich mit acht Jahren fragte, welches Instrument ich vielleicht einmal spielen möchte, war er ziemlich überrascht, als ich Harfe sagte.

Aber warum denn Harfe?

Ich habe als Kind die Filme über die berühmten „Marx Brothers“ gesehen. Der stumme Harpo Marx spielte in der Band die Harfe. Das hat mich damals fasziniert.

Was würden Sie heute einem Kind raten, wenn es Harfe lernen möchte?

Ich würde ein Kind niemals zwingen, ein bestimmtes Instrument zu lernen. Man muss verliebt sein in ein Instrument. Ich weiß aber nicht, ob ich mein eigenes Kind unterrichten würde. Die Rollen von Mutter und Lehrerin sollten wohl besser getrennt sein.

Sie haben sich in die Harfe verliebt und lieben sie bis heute. Gab es auch schon mal eine Krise?

Oh ja, es gab eine Phase in der Pubertät, da wollte ich mit der Musik aufhören. Aber ich habe die Krise zum Glück bezwungen.

Wie lange braucht denn ein Kind, bis es erste Erfolgserlebnisse hat, bis es die erste Melodie auf der Harfe spielen kann?

Das dauert nicht lange. Nach der ersten Stunde kann man schon leichte Lieder wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ oder „Alle meine Entchen spielen“.

Aber solch eine Harfe ist doch sicher nicht billig?

Eine gebrauchte, gute Harfe kostet rund 8000 Euro. Mit Glück kann man vielleicht auch eine für 6000 Euro erwerben. Wenn das Kind anfängt, muss es aber nicht gleich eine eigene Harfe sein. Die Musikschulen besitzen Instrumente, auf denen die Kinder spielen können. Auch an der Musikschule Kon.centus kann man
beispielsweise Harfe lernen.

Was macht für Sie den Reiz der Harfe aus?

Der zauberhafte Klang. Die Harfe kann innerhalb des Orchesters eine besondere Atmosphäre aufbauen.

Inwiefern?

Beispielsweise gibt es in vielen Orchesterwerken sehr laute Passagen, die plötzlich wieder verklingen. Wenn danach die Harfe einsetzt, ist das einfach wunderbar. Ich spüre dann, dass viele Konzertbesucher aufhören zu atmen, um nicht zu stören.

Als Harfenistin sitzen Sie mit Ihrem Instrument bei Konzerten ganz am Rand. Würden Sie nicht öfter gerne mal auch vorne spielen, so wie ein Pianist oder aber die Geiger?

Na klar, gerne. Beim letzten Philharmonischen Konzert habe ich mit dem Solo-Bratschisten Roland Glassl bei einem Stück vorne spielen dürfen. Das war sehr schön. In der Regel ist die Anordnung der Instrumente in einem Orchester aber sehr konservativ.

Neben Ihrem Auftritt beim nächsten Philharmonischen Konzert können wir Sie am nächsten Wochenende auch solo erleben?

Ja, da freue ich mich sehr drauf. Ich habe schon oft alleine in meiner Heimatstadt Olivares bei Sevilla (Spanien) in der Kirche oder dem Theater gespielt. Jetzt trete ich das erste Mal mit einem Solo-Programm in Neubrandenburg auf. Ich werde nicht nur moderne und klassische Stücke auf der Harfe spielen. Ich nutze auch Percussion und meine Stimme.

Hättet Ihr das gewusst?

Saiten: Konzertharfen haben 47 Saiten. Die Saiten sind farblich gekennzeichnet, um die Orientierung für die Musiker zu erleichtern. Jede C-Saite ist rot, jede F-Saite schwarz eingefärbt. Die Harfenisten stimmen ihre Harfen selbst vor den Auftritten.

Unsichtbare Pedale: Für die Zuschauer in der Regel unsichtbar sind die Pedalen. Konzertharfen verfügen über sieben Pedale. Jedes Pedal hat drei Position: oben für Moll, unten für Dur, Mittelstellung normal.

Klang: Der charakteristische Klang der Harfe entsteht wie bei jedem Saiteninstrument über das Anschlagen der Saiten. Die dabei entstehenden Schwingungen werden im sich unterhalb der Saiten befindlichen Resonanzboden verstärkt.

Harfe live: Rosa Díaz Cotán ist mit ihrer Harfe mehrfach live zu erleben. Beim Philharmonischen Konzert morgen in der Konzertkirche Neubrandenburg um 10 Uhr und 19.30 Uhr. Solokonzert am Sonntag, 21. Januar, 16 Uhr: "Die Harfe von anderer SAITE"