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Taylor Swift geht bei MTV Awards in London leer aus

Die US-Sängerin Taylor Swift hat erst vor wenigen Tagen ihr neues Album "Reputation" veröffentlicht.
Die US-Sängerin Taylor Swift hat erst vor wenigen Tagen ihr neues Album „Reputation” veröffentlicht.
John Salangsang/Archiv

Der kanadische Sänger Shawn Mendes ist mit drei Preisen der große Gewinner der MTV Europe Music Awards. Für US-Sängerin Taylor Swift verläuft der Abend enttäuschend.

Sechsmal war Amerikas Superstar Taylor Swift („Look What You Made Me Do”) nominiert. Doch die als Favoritin gehandelte Sängerin ging bei bei den MTV Europe Music Awards in London am Sonntag überraschend leer aus. Womöglich hatte sie es geahnt. Swift, die im Oktober ein Musikvideo in London gedreht hatte, erschien gar nicht erst. Der große Gewinner war hingegen vor Ort. Der erst 19 Jahre alte Kanadier Shawn Mendes räumte drei Preise ab.

Shawn Mendes' Fans werden ebenfalls ausgezeichnet

Swift musste sich unter anderem in der Kategorie Best Pop der amerikanisch-kubanischen Sängerin Camila Cabello geschlagen geben. Der Award für das Beste Video ging an US-Rapper Kendrick Lamar („HUMBLE.”), der nicht anwesend war und beinahe gelangweilt per Videobotschaft grüßte. Dass Lamar den Preis bekam und nicht die Sängerin Katy Perry („Bon Appétit”), dürfte ein kleiner Trost für Swift gewesen sein. Perry gilt als ihre Intimfeindin.

Den EMA als Bester Künstler bekam Mendes. Der Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist wurde außerdem für den Besten Song („There's Nothing Holdin' Me Back”) ausgezeichnet – und für die Größten Fans. Der Sieger in dieser relativ bedeutungslosen Kategorie war vor der Veranstaltung über die Anzahl von Hashtags in den sozialen Medien Twitter und Instagram bestimmt worden. Mendes feierte den dreifachen Erfolg mit seiner Großmutter. „Sie ist mitgekommen, um hier mit mir abzuhängen”, scherzte er. Oma Mendes war sichtbar stolz.

Rapper Eminem weiß nicht, warum er ausgezeichnet wurde

Das junge Publikum in der Wembley-Arena kreischte oft und laut. Aber insgesamt war die von zahlreichen Werbeblöcken unterbrochene Show im Vergleich zu den Vorjahren ereignisarm. Die Londoner Sängerin Rita Ora mühte sich als Moderatorin redlich darum, für etwas Schwung zu sorgen. Aber viele Superstars fehlten. Deshalb wurden einige Awards im Schnellverfahren vergeben. Der britische Sänger Ed Sheeran, derzeit in Asien auf Tournee, wurde als Bester Live-Künstler geehrt, die britische Sängerin Dua Lipa als Beste Newcomerin.

Rapper Eminem („The Real Slim Shady”) erhielt den Award als Bester Hip-Hop-Künstler und wusste nach eigenen Angaben selbst nicht warum. Überreicht wurde ihm der Preis von der US-Gruppe Prophets Of Rage mit ehemaligen Mitglieder von Public Enemy, Cypress Hill und Rage Against The Machine, was für einen Moment peinlicher Stille sorgte. Denn den vielen Jugendlichen in der Wembley-Arena waren die MTV-Ikonen der 80er und 90er Jahre kein Begriff mehr. Der Applaus blieb aus.