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Schweizer Supermarkt verkauft Insekten-Burger

Eklig oder lecker? Und vor allen Dingen: Kommt der Mehlwürmer-Burger auch in deutsche Kühlregale?

Sieht aus wie ein ganz normaler Burger, doch statt Rind oder Hühnchen sind Mehlwürmer (rechts im Bild) in dem Fleischball verarbeitet worden.
Walter Bieri/Carsten Rehder Sieht aus wie ein ganz normaler Burger, doch statt Rind oder Hühnchen sind Mehlwürmer (rechts im Bild) in dem Fleischball verarbeitet worden.

Ein Burger mit Mehlwürmern, das ist keine neue Dschungelcamp-Spezialität, sondern kommt als Spezialität ab der kommenden Woche in die Regale einer Schweizer Supermarktkette. Das Unternehmen arbeitet seit der Legalisierung des Insektenverkaufs in der Schweiz im Frühjahr an seiner Produktpalette. Neben dem Burger sollen auch Hackbällchen mit Mehlwürmern ins Regal kommen.

Das sind die Zutaten des Burgers

Die Supermarktkette Coop pries die Kreationen des Anbieters Essento am Montag an: der Burger enthalte neben Mehlwürmern Reis, Karotten, Sellerie und Lauch mit einer Prise Chili, die „Insect Balls” würden mit Kichererbsen, Zwiebeln, Knoblauch und Koriander zubereitet. Insekten hätten hohes kulinarisches Potenzial, seien gesund und nachhaltig, meinte Essento-Mitbegründer Christian Bärtsch. Die Welternährungsorganisation FAO preist essbare Insekten seit Jahren als gute Proteinquelle an.

Warum der Insekten-Burger noch nicht nach Deutschland kommt

Insekten sind in einigen europäischen Ländern als Nahrungsmittel zugelassen, darunter Belgien, aber in Deutschland noch nicht, wie das Institut für Lebensmitteltechnik bestätigt. In der Schweiz dürfen seit dem 1. Mai Grillen, Wanderheuschrecken und Mehlwürmer zum Verzehr verkauft werden.

Würden Deutsche Insekten essen?

Bleibt die Frage, würden die Deutschen einen Insekten-Burger, wie sie in der Schweiz oder Niederlande verkauf werden, überhaupt essen wollen? Laut einer Umfrage kann sich im Moment nur jeder zehnte Deutsche, der noch nie Insekten gekostet hat, vorstellen, die Krabbeltiere zu essen. Rund 30 Prozent würden Insekten zumindest mal probieren. 60 Prozent lehnen sie als Lebensmittel aber gänzlich ab – vor allem aus Ekel. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Riskobewertung im April. Viele haben zwar schon von essbaren Insekten gehört, doch nur zehn Prozent haben sie schon einmal probiert, zumeist im Urlaub in Südostasien. Aber auch hierzulande gibt es Gelegenheiten, Insekten zu probieren. So machte kürzlich in Neubrandenburg eine Streetfood-Karawane halt, die unter anderem auch die Verkostung von Insekten anbot.

Diese Insekten sind genießbar

Nach Schätzungen der FAO sind rund 1900 Insektenspezies essbar. Bei rund zwei Milliarden Menschen stehen sie bereits auf dem Speiseplan. Am beliebtesten sind Käfer, gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken, Grillen, Zikaden, Termiten, Libellen und Fliegen – bis hin zu Küchenschaben. In Uganda sind Heuschrecken eine Delikatesse. In China werden Zikadenlarven mit Gemüse und Chili gebraten.