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Liebe nach einigen Umwegen entdeckt

Anke Geske (53) und Volker Evert (54) aus Neustrelitz
Anke Geske (53) und Volker Evert (54) aus Neustrelitz
privat

Sie kennen sich seit ihrer gemeinsamen Einschulung – und die war immerhin schon 1969. Dann verloren sie sich aus den Augen. Erst ein Klassentreffen und eine Motorradtour sorgten dafür, dass nun bald geheiratet wird.

Kennenlernen oder doch lieber kennen & lernen?

Wir kennen uns seit jenen Tagen im August 1969, an dem üblicherweise die Schule begann – der Tag unserer Einschulung. Wir drückten gemeinsam die Schulbank, nie dieselbe, aber immer im gemeinsamen Klassenraum. Seinerzeit wirkte sie zierlich – schon fast zerbrechlich – und schüchtern. Nach sechs Schuljahren trennten sich unsere Wege. Zunächst verließ ich die Klasse und dann die Schule.

Mehr als vier Jahrzehnte, einige (ganz) wenige Falten und der einen sowie anderen Beziehung später, sah ich sie wieder – dank eines Klassentreffens. Wir verabredeten uns zu einer gemeinsamen Motorradtour mit anderen ehemaligen Mitschülern im darauffolgenden Sommer. Wollte sie wirklich meine Sozia werden? Daran verschwendete ich keinen Gedanken.

Dem Versprechen folgte die Tour und ihr inzwischen viele weitere. Es schlossen sich gemeinsame Unternehmungen, Feste mit Freunden und Familie sowie ein gemeinsamer Urlaub an. Heute – sie ist immer noch eine Augenweide, aber selbstbewusst und sehr geerdet – muss ich nicht mehr in ihrem „Wartezimmer“ von ihr träumen.

Wir durften gemeinsam dazulernen. Sie – nach fast dreißig Jahren Motorradabstinenz – macht als Selbstfahrerin wieder eine gute Figur und ich machte die Erfahrung, dass Hinterherfahren unterhalb der Geschwindigkeitslimits auch Spaß machen kann. Vmax ist eben nur gut, wenn sie in der Zulassung steht und nicht auf dem Bußgeldbescheid! Und wir lernen weiter – voneinander und miteinander – Tag für Tag.

Ich entdeckte die Liebe wieder, jenes erwartungsschwangere Wort, das so viele Zeitgenossen mit gebotener Zurückhaltung vermeiden. Vertrauensvoll, ehrlich, offen, voller gegenseitigem Begehren und Toleranz – so soll sie sein. Davor soll ich mich ängstigen? NEIN – ich traute mich! Vor zwei Monaten stellte ich die Frage der Fragen und erhielt nicht ganz zweifelsfrei das JA. Galt dieses dem Ring oder tatsächlich mir? Nein – im Ernst – wir werden uns trauen!